Die Jugendfeuerwehr Breuna hat mit 25 Mitgliedern gute Zukunftschancen

Viel Lust aufs Löschen

Früh übt sich: Die große Zahl der Kinder ist bei der Breunaer Feuerwehr ein Grund zur Hoffnung, dass es im Ort auch in Zukunft genügend Freiwillige in der Einsatzabteilung geben wird. Fotos: Dietzel

Breuna. Sie wollen alle einmal zu den Aktiven. Da sind sie sich einig. „Es macht Spaß, dass man hier lernt, Menschen zu helfen“, sagt die elfjährige Louisa-Marie von Briel beim Treffen der Jugendfeuerwehr Breuna. 19 Jungen und sechs Mädchen zwischen neun und 15 Jahren sind zurzeit Mitglied und kommen jede Woche zum Üben ins Feuerwehrgerätehaus.

Die Kinder spielen dort, sie lernen die Fahrzeuge der Einsatzabteilung kennen, und sie erfahren Wissenswertes über die richtige Schutzausrüstung. Zur Ausbildung des Nachwuchses gehören auch Funkübungen, Knoten binden, das Absichern einer Einsatzstelle und vor allem Löschübungen, die eher im Sommer stattfinden. „Den Feuerlöscher bedienen, ist das Beste“, sagt der neunjährige Maximilian Wagner begeistert. Auch Sophie Rumpf, zehn Jahre, gefällt es: „Hier ist es immer lustig und wir lernen viel.“

Die Feuerwehr Breuna ist personell gut aufgestellt. Im Gegensatz zu vielen Orten im Wolfhager Land gibt es dort zahlreiche Jungen und Mädchen in der Jugendfeuerwehr, von denen einige auch im Erwachsenenalter weiter machen.

Tina Raabe zum Beispiel ist in die Feuerwehr eingetreten, als sie neun Jahre alt war. Jetzt ist sie 18 und hat das Amt der stellvertretenden Jugendwartin übernommen. „Für mich war von Anfang an klar, dass ich dabei bleibe“, sagt sie. Nach ihrem Fachabitur im Sozial- und Gesundheitswesen möchte die 18-Jährige in der Region bleiben und der Feuerwehr Breuna treu bleiben.

Gemeinsam mit Jugendwart Timo Reuß leitet sie die Gruppe, unterstützt von den vier Betreuern Florian Kranz, René Weber, Marius Mensch und Philipp Deuermeier, die auch vor kurzem noch in der Jugendgruppe waren. Alle würden gerne in Breuna bleiben, sofern es der Beruf zulässt.

Doch auch in Breuna macht sich der demografische Wandel bemerkbar. „Viele bleiben zwei oder drei Jahre, gehen dann in die Lehre und ziehen weg“, sagt Tina Raabe. Die jungen Menschen zieht es häufig in größere Städte, wo das Angebot an Arbeitsplätzen größer ist.

Erst seit dem vergangenen Jahr kommen wieder viele Kinder zur Feuerwehr. Mit einem Tag der offenen Tür im Sommer machten die Jugendlichen auf sich aufmerksam und das Interesse stieg.

In der Einsatzabteilung sind derzeit 60 Aktive, davon vier Frauen, berichtet Gemeindebrandinspektor Thorsten Fischer. Damit ist die Tagesalarmsicherheit in dem Ort gesichert. Wenn es brennt, unterstützen die Einsatzkräfte ihre Kollegen der drei Ortsteile Niederlistingen, Oberlistingen und Wettesingen. Dort werden die Breunaer Brandschützer dringend gebraucht, denn die Abteilungen sind tagsüber oft schlecht aufgestellt, da viele Aktive zum Beispiel in Kassel arbeiten.

Mittelfristig könne es aber auch in der Kerngemeinde bei der Tagesbereitschaft Probleme geben, wenn die Feuerwehr nicht entsprechend gegensteuere, betont Fischer. Daher sind neue Mitglieder, ob männlich oder weiblich, stets willkommen. Die Jugendfeuerwehr trifft sich jeden Montag von 17.30 bis 19 Uhr im Gerätehaus in Breuna.

Von Stefanie Dietzel

Quelle: HNA

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