Heeresmusikkorps 2 begeisterte mit Vielfalt und Qualität in der Festhalle

Viel mehr als Marschmusik

Zu Gast in der Festhalle Treysa: Das Heeresmusikorps aus Kassel wurde umjubelt. Foto: Köthe

Schwalmstadt. Gehorsam, Ordentlichkeit, Disziplin – Eigenschaften, die auf den ersten Blick nicht unbedingt zum Einmaleins kreativer Selbstverwirklichung zählen. Das sich diese Grundmerkmale militärischer Gesinnung und hochmusikalische Qualität durchaus freundschaftlich in einem symphonischen Klangkörper vereinen lassen, bewies Oberstleutnant Reinhard Kiauka und sein Heeresmusikkorps 2 aus Kassel bei ihrem Konzert in der fast ausverkauften Festhalle in Treysa.

Der Lions Club Schwalmstadt und der Traditionsverband Schwälmer Artillerie hatten eingeladen und die Eintrittserlöse wurden für das Soldatenhilfswerk und einen Bildungsfonds gespendet.

Im ersten Teil des Abends bediente man die emotionalen Erwartungen traditionsbegeisterter Zuhörer mit schwungvollen Märschen und versiert präsentiertem Material aus dem klassischen Bläserfundus. „In Treue fest“ und der „Deutschmeister-Regiments-Marsch“ sorgten mit forscher Strukturierung für Begeisterung und fröhliche Geselligkeit.

Dirigent und Leiter Reinhard Kiauka steht für eine innovative Auffassung von einem Militär-Orchester und nimmt den „Wilhelm Tell Galopp“ und die sehr anspruchsvolle „Ouvertüre Solennelle 1812“ von Pjotr Iljitsch Tschaikowsky mit in das Programm.

Bewältigt mit Bravour

All das bewältigten die Instrumentalisten mit Bravour - einzig Jan Schröter musste sich bei seinem virtuosen Xylophonsolo einmal kurz vom Arrangement verabschieden, und das Waldhornquartett synchronisierte nicht ganz sauber beim Ausblasen.

Mehrere Schippen Modernes legte man nach der Pause drauf. Ein „Harry Belafonte Medley“ ließ die Rhythmusgruppe gewaltig anwachsen und bei Samba, Rumba und Calypso zeigte man sich international und aufgeschlossen einem Künstler gegenüber, der sich in Friedensbewegungen engagiert.

Beim anschließenden „Devils Rag“ präsentierte man mit Saxophonistin Lisa Hitzing die Solistin des Abends. Sie drehte brillante Melodie- Pirouetten über ein Quickstep-Parkett der feinsten Art und bekam dafür sogar großen Applaus aus den eigenen Reihen.

Nostalgische Wärme

Den hatte sich auch Sänger Udo Seifert verdient. Im abschließenden „ZDF Hitparaden-Medley“ sorgte er mit Titeln von Peter Alexander, Drafi Deutscher und Roy Black für nostalgische Wärme, die auch das Publikum zu stehenden Ovationen verführte.

Und dann der „Radetzky-Marsch“. Ihn als Zugabe zu vermeiden, scheint unmöglich. Warum auch. Er setzte den umjubelten Schlusspunkt hinter eine abendfüllende Show mit einem grandios moderierenden Reinhard Kiauka, die in ihrer Vielfalt und Qualität keine Wünsche offen ließ.

Von Andreas Köthe

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare