Grünen-Spitzenkandidatin Angela Dorn war auf Fahrradtour im Landkreis

Viel Theater für die Grünen

Perspektiven durch Kultur: Silvia Pahl (rechts) beschrieb Angela Dorn (links), was Kultur auf dem Land leisten kann. Foto: Köcher

Immichenhain. Knallharter Wahlkampf war das nicht, was Angela Dorn (31) da am Sonntagvormittag bei ihrem Besuch in Ottrau-Immichenhain erlebte. Statt scharfer Parolen stand für die Marburger Landtagsabgeordnete, Spitzenkandidatin der hessischen Grünen für die Landtagswahl, das Sammeln von Themen und Ideen auf dem Programm.

Auf einer Art Sommerreise wolle sie mehr von Problemen und Herausforderungen, vom Leben im ländlichen Raum erfahren, und dafür gaben ihr die Gastgeber Silvia Pahl und Klaus Wilmanns reichlich Denkstoff mit auf den Weg.

Die beiden Schauspieler und Motoren des Theaters „Drei Hasen oben“, das seit über 15 Jahren auf einem alten Hof in der Dorfmitte sein Zuhause hat, stellten ihre Arbeit vor und erläuterten Dorn pointiert, wie ihrer Auffassung nach Kulturförderung in Hessen abseits der großen Städte wie Frankfurt und Kassel verändert werden muss. Denn während jährlich 81 Millionen Euro für den Betrieb der drei hessischen Staatstheater ausgegeben werden, erhielten die 200 freien Theaterinititativen im Land gerade mal insgesamt 550 000 Euro.

Zugleich aber könne die freie Kunst Anregungen liefern, wie dem demografischen Wandel entgegengearbeitet werden könne. „Ein Hof nach dem anderen steht bald leer“, sagte Pahl, und Künstler etwa könnten Ideen liefern, um die freien Räume neu zu beleben.

Noch nur eine Vision

Das sei noch eine Vision, sagte Pahl – aber eine, die sie mitnehmen wolle in die Grünen-Politik, sagte Dorn. Zwischen subventionierter Hochkultur und dem unterschätzten soziokulturellen Angebot freier Künstler vor Ort – vom Kulturzentrum, Musik und Film bis hin zur besonderen Diskothek – gebe es ein Ungleichgewicht in Sachen finanzieller Förderung.

Generell drehe es sich dabei um die Frage, „welche Gesellschaft wir wollen“, meinte Dorn.

Für das Lernen, sich selbst wahrzunehmen und schöpferisch zu sein, sei Kultur und Theater abseits aller Leistungsprinzipien wichtig.

Das gelte speziell für das Theater für Kinder, wie es die „Drei Hasen oben“ anbieten. Und das, da waren sich alle einig, darf nicht nur eine Vision bleiben.

Von Jürgen Köcher

Quelle: HNA

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