Bildungswerk brechen Einnahmen weg: Arbeitsplätze bei Starthilfe in Gefahr

Schwalm-Eder. Der Starthilfe-Ausbildungsverbund im Schwalm-Eder-Kreis (ABV) ist akut gefährdet. Dem Verein brechen kontinuierlich Einnahmequellen weg. „Wenn sich die aktuelle Entwicklung fortsetzt, könnten 50 Prozent unserer Stellen für hoch qualifizierte Menschen bedroht sein.“

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Das sagt Elke Junger, Geschäftsführerin vom ABV. Mit 77 Angestellten ist der Ausbildungsverbund einer der größten Arbeitgeber in Homberg. Seit nunmehr 25 Jahren setzt sich der Verbund für Jugendliche und Erwachsene im Landkreis ein und unterstützt deren Übergang von Schule in Beruf und bietet Ausbildungen an. Der Bildungsträger hängt am Tropf der Agentur für Arbeit und bekommt außerdem Geld aus Landes- und Bundesprogrammen. Das Budget des Ausbildungsverbundes betrug zuletzt bis zu vier Millionen Euro. Ein kleiner Teil (90 000 Euro) stammt aus den Mitgliedsbeiträgen der Städte, Gemeinden und des Landkeises.

Wenn beispielsweise die Agentur für Arbeit bisher 30 Lehrstellen beim Ausbildungsverbund finanzierte, seien es künftig noch sechs, sagt Junger. Das bedeute, dass viele Pädagogen und Betreuer überflüssig würden. Aber auch für die vielen Jugendlichen, die eine Chance verdienten, verschlechtere sich die Situation drastisch. 670 junge Menschen befinden sich derzeit in Ausbildungen, Umschulungen und Lehrgängen beim ABV. Wegen der gestrichenen Unterstützungen gebe es bald nur noch für einen Bruchteil der Hilfebedürftigen entsprechende Angebote. „Unsere Vermittlungsquote in den Arbeitsmarkt liegt bei über 80 Prozent“, sagt Junger. Dies sei ein gutes Argument für die Arbeit des ABV.

Das Geld sei gut investiert. Der volkswirtschaftliche Schaden, der entstehe, wenn es solche Angebote nicht mehr gebe, sei deutlich höher. „Junge Menschen benötigen unbedingt eine Perspektive“, sagt sie.

Quelle: HNA

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