Fünf Jahre nach Orkan Kyrill: Eine Million Bäume gepflanzt

So viele Baumarten wie nie im Habichtswald

Wolfhagen. Als der Orkan Kyrill im Januar 2007 über die heimischen Wälder fegte, hinterließ er eine Spur der Verwüstung. Gut 100 000 Bäume hat der Wind umgeblasen. Fünf Jahre später fällt die Schadensbilanz der Forstfachleute überraschend aus. „Wir hatten noch nie so viele Baumarten im Habichtswald, für die gesunde Mischung war Kyrill ein Beschleuniger“, sagt Uwe Zindel, der Leiter des Forstamtes Wolfhagen.

Kyrill habe damals vor allem in fichtenreichen Waldteilen gewütet, sagt Theodor Arend, stellvertretender Leiter des Forstamtes. Sehr stark betroffen gewesen seien im Wolfhager Land das Waldgebiet westlich der Stadt, der Stadtwald sowie die Waldbereiche bei Ippinghausen und der Stadt Naumburg.

„Der Sturm hat vorweggenommen, was wir ohnehin vorhatten“, so Arend. Fichten seien besonders sturmanfällig. „Wir wollen den Wald stabilisieren und zukunftsgerecht umbauen.“ So seien die umgefallenen Fichten durch standortgerechte Bäume ersetzt worden – zum Beispiel durch Buchen, Eichen, Erlen, Eschen und Tannen. Insgesamt 57 Baumarten gibt es nun im Habichtswald.

„Wir haben inzwischen 90 Prozent der zerstörten Flächen aufgeforstet“, sagt Arend. „Es gibt aber noch einige freie Flächen bei Oelshausen.“ Fast eine Million junge Bäume haben die Forstleute in den vergangenen fünf Jahren nachgepflanzt. Die Schäden, die Kyrill anrichtete, seien weitgehend beseitigt.

Der Habichtswald und angrenzende Gebiete sollen zu einem sturmfesten und robusten Mischwald gemacht werden. Nur so könne man den Unwägbarkeiten durch Klimaveränderungen entgegenwirken. Dabei gehe es nicht nur um sich häufende Orkane, sondern auch um die zunehmende Trockenheit. „In den vergangenen Jahren war die Vegetationsphase extrem niederschlagsarm und warm“, so Arend.

Von Thomas Siemon und Claudia Hempel

Quelle: HNA

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