Hessen Mobil verbessert Beschilderung

Viele Beschwerden: Immer noch Staus vor Baustelle auf der A7

+
Mittwochfrüh, 8.15 Uhr, in Höhe der Anschlussstelle Kassel-Nord: Wie fast jeden Vormittag stockt vor allem der Lkw-Verkehr vor der A 7-Baustelle. Die Schlange reicht bis rauf zur Anschlussstelle Hann. Münden/Lutterberg.

Kaum hat Hessen Mobil bei Kassel die Baustelle zum vierstreifigen Ausbau der A 7-Fahrbahn in Richtung Hannover fertig eingerichtet, hagelt es Beschwerden.

„Ich brauche jetzt für die Fahrt nach Kassel zum Job eineinhalb Stunden, also doppelt so lange“, beklagt sich ein Pendler aus Göttingen. Ein Anwohner aus Landwehrhagen beobachtet seit Tagen ein erhöhtes Lkw-Aufkommen in seinem Wohnort. „Viele Lkw-Fahrer nutzen die parallel verlaufende Landstraße L 562 nach Kassel, um die Staus zu umfahren.“

Fakt ist: Die Stausituation vor der A 7-Baustelle zwischen Kassel-Ost und Kassel-Mitte hat sich für die aus Richtung Hannover kommenden Verkehrsteilnehmer kaum geändert. Vor allem die Lkw stauen sich oft bis rauf zur Anschlussstelle Hann. Münden/Lutterberg. Gleiches gilt für die aus Richtung Dortmund kommenden Lkw auf der A 49. Auch sie bilden regelmäßig eine Kilometer lange Schlange vor dem Kreuz Kassel-Mitte. Für Hessen Mobil scheinen die Möglichkeiten, dem etwas entgegenzustellen, nur begrenzt zu sein.

Deutlichere Spurführung

So ist jetzt geplant, die Spurführung im A 7-Baustellenbereich in den nächsten Tagen mit Markierungen deutlicher zu machen. Auch sollen – für die Lkw-Fahrer – die Beschilderungen überkopf ergänzt werden.

„Dadurch soll deutlicher gemacht werden, dass Lkw in Richtung Würzburg kurz vor der Rampe zur A 49 auf dem linken, zur A 7 parallel verlaufenden Fahrstreifen bleiben sollen, während die Fahrzeuge nach Dortmund und Marburg nach rechts abfahren müssen“, sagt Christina Röntgen, Regionale Bevollmächtigte bei Hessen Mobil. Denn tatsächlich sei bei einigen Lkw-Fahrern im Bereich des Kreuzes Kassel-Mitte Verunsicherung über den richtigen Weg zu beobachten. So führten unnötige Spurwechsel vor der Rampe zur A 49 immer wieder zur Verlangsamung des Verkehrs, was bei vielen Fahrzeugen schnell zu Rückstaus auf dem rechten Fahrstreifen der A 7 führe.

Aus dem Videoarchiv:

Ein weiterer Grund für den stockenden Lkw-Verkehr ist die Tatsache, dass die Bergshäuser Brücke noch nicht fertig saniert und deshalb für Lkw nur eingeschränkt nutzbar ist, was wiederum zu einem besonders hohen Lkw-Aufkommen am Kreuz Kassel-Mitte führt – aus Richtung Hannover auf der A 7 ebenso wie aus Richtung Dortmund und Marburg auf der A49.

Tatsächlich war die Fertigstellung der Bergshäuser Brücke ursprünglich für Ende April vorgesehen. Nach Angaben von Hessen Mobil-Sprecher Gerd Bohne werde die Brücke nun erst im Laufe des Monats Mai fertig werden.

„Trotz dieser zeitlichen Überschneidung mussten wir dennoch schon mit dem vierstreifigen Ausbau der A 7-Nordfahrbahn beginnen“, sagt Röntgen. Zum einen sei der frühe Baustart Gegenstand der Ausschreibung gewesen. Zum anderen sei die notwendige Verstärkung der A 7-Brücken über der Ochshäuser Dorfstraße und dem Waldauer Weg zur Optimierung des Lärmschutzes entscheidend gewesen. „Für diese Arbeiten brauchen wir die ganze Gutwetterphase im Sommer“, sagt Röntgen. Auch deshalb habe sich die Einrichtung der A 7-Baustelle im April nicht weiter nach hinten verschieben lassen.

Und was ist, wenn trotz verbesserter Ausschilderung und Markierung sowie einer wieder voll nutzbaren Bergs- häuser Brücke immer noch Staus entstehen? „Für diesen Fall prüfen wir derzeit weitere Ergänzungen“, sagt Röntgen, ohne aber konkret zu werden.

Mit Blick auf die inzwischen auch von Lkw genutzte Umleitungsstrecke von Landwehrhagen nach Niestetal (L 562) sei jedoch nichts zu machen. „Diese Route ist die offizielle Umleitungsstrecke. Deren Nutzung bei Staus kann nicht vermieden werden“.

Lesen Sie auch: A44 und A7: Baustellen sorgen für zahlreiche Staus und nerven Autofahrer

A7-Baustelle: Sechs Fahrstreifen auf engstem Raum

Eng geht es zu im Bereich der A 7-Baustelle zwischen Kassel-Ost und -Mitte: Seit gut zwei Wochen wird bereits der komplette Autobahnverkehr auf sechs bis auf 2,20 Meter verengte Fahrstreifen über die bereits fertig ausgebaute Süd-Fahrbahn geleitet. Als die Südfahrbahn vierstreifig ausgebaut wurde, war das nicht erforderlich. Damals wurde im Baustellenbereich sogar noch ein Fahrstreifen in Südrichtung auf der Südfahrbahn belassen. So gab es etwas mehr Platz für die einzelnen Fahrstreifen. „Das ist nun nicht mehr möglich“, heißt es bei Hessen Mobil. Grund: Beim vierstreifigen Ausbau der Nordfahrbahn muss nun auch der Kanal unter dem Mittelstreifen komplett erneuert werden. Das Baufeld benötigt dadurch deutlich mehr Platz als noch beim Ausbau der Südfahrbahn. 

„Dafür kann jetzt aber die Verstärkung der A 7-Brücken über die Ochshäuser Dorfstraße und den Waldauer Weg für die Verbesserung des Lärmschutzes deutlich zügiger erledigt werden“, sagt Christina Röntgen, die Regionale Bevollmächtigte für Nordhessen bei Hessen Mobil. Beim Ausbau der Südfahrbahn hätten die Brücken noch aufwendig in mehreren Schritten saniert werden müssen, weil eine Fahrspur immer noch über die Südfahrbahn geleitet werden musste. „So werden wir jetzt deutlich schneller sein“. Im Dezember 2020 soll der vierstreifige Ausbau der Nordfahrbahn abgeschlossen sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare