Ortsbeirat Eubach wünscht mehr Infos zu geplanten Windkraftanlagen

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So könnte es bei Eubach aussehen: Ein Blick aus Richtung Ziegenberg zeigt den Steinkopf mit zwei Windkraftanlagen, die maßstabsgerecht in das Foto montiert worden sind.

Eubach. Das Planungsbüro PWL aus Krefeld muss nachlegen: Zu viele Fragen der Eubacher zum möglichen Bau zweier Windkraftanlagen sind in der Ortsbeiratssitzung am Mittwoch offen geblieben. Vor allem geht es um die künftige Belastung der Dorfbewohner.

Ende März will das Gremium erneut tagen und sich ergänzende Informationen geben lassen.

Auf dem Steinkopf, auf gemeindeeigenen Flächen, sollen zwei Windkraftanlagen des Typs Enercon E 82 errichtet werden mit einer Nennleistung von je 2300 Kilowatt. Der Bau weiterer Anlagen sei dort oben nicht möglich, hieß es. Die Nabenhöhe der Windräder soll bei 138 Metern liegen, der Rotordurchmesser bei 82 Metern. Die Gesamthöhe einer solchen Anlage liegt nach Angaben von Arthur Stenzel bei 180 Metern. Stenzel und sein Kollege Matthias Mertens hatten das Projekt in der Ortsbeiratssitzung vorgestellt, die außergewöhnlich gut von Eubachern besucht worden war. Ortsvorsteher Karl Schatz ließ Fragen und Anregungen der Besucher zu.

Wichtig bei den Plänen: Die Anlagen liegen über das gesetzlich geforderte Mindestmaß hinaus von der Wohnbebauung entfernt. Dennoch, so sagte Stenzel: „Sie werden die Anlagen sehen.“ Zum Beweis brachte das PWL-Team Fotomontagen mit, die die Anlagen von verschiedenen Standorten aus zeigten.

Die Optik beschäftigte die Eubacher weniger. Ihnen ging es vornehmlich um mögliche Lärmbelästigung und Flächenverbrauch für Zuwege, die Anlagen selbst und die Kranstellfläche für den Bau. Auch Naturschutzbelange spielten eine Rolle: „Uhu und Rotmilan nisten hier“, erklärte Zuhörer Markus Nolte, der sich auch um Auswirkungen für Jagdpächter sorgt. Die naturschutzrechtlichen Fragen müssen noch durch ein Gutachten geklärt werden. Das wird jedoch erst in Auftrag gegeben, wenn die Gemeinde Morschen dem Projekt grundsätzlich zugestimmt hat.

Wie eine mögliche Lärmbelästigung aussehen könnte, sollen die Projektplaner beim nächsten Treffen am 28. März konkret erläutern. Um entsprechende Informationen hatte sich Projektplaner Arthur Stenzel schon gestern bemüht.

Das Regierungspräsidium ist Genehmigungbehörde für das Projekt. Zwei Jahre Vorbereitungszeit hat das Planungsbüro kalkuliert. Ein Baubeginn noch 2013 sei eher unwahrscheinlich, erklärte Stenzel.

Zu möglichen Investoren – Windkraftanlagen sind Millionenprojekte – äußerten sich die Planer nicht. Das Projekt sei noch nicht weit genug vorangeschritten, sagte Arthur Stenzel gegenüber der HNA. Auch zu Nutzungsdauer und Abschreibungszeiten gab es noch keine Aussagen.

Bürgermeister Herbert Wohlgemuth erklärte, das Planungsbüro habe signalisiert, dass auch eine Bürgeranlage möglich sei. Bedeutet: Menschen aus der Region könnten Geld in den Bau der Windräder investieren und erhielten dann auch die entsprechende Rendite.

Dem Rathauschef ist wichtig, dass die Gewerbesteuer für die Windkraftanlagen in Morschen bleibt.

Quelle: HNA

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