Viele Fragezeichen im Wieragrund: Nun kommt auch Lidl

Schwalmstadt. Brisant bleibt die politische und planerische Lage rund um den Bau der Wieragrundstraße und des Einkaufszentrums in Treysa. Mehrheitlich ging zwar die fällige Neuaufstellung des Bebauungsplans in der Sitzung der Stadtverordneten am Donnerstagabend durch.

Heftig gerungen wurde aber um einen gemeinsamen Antrag von Bündnisgrünen, Freien Wählern (FWG) und CDU. Sie hatten unter anderem gemeinsam gefordert, dass künftige Grundstücksangelegenheiten auf dem Areal einzeln vom Parlament zu billigen seien und dass der Bauausschuss detailliert über alle Fortschritte zu informieren sei. Grünenchefin Margitta Braun sagte, das Stadtparlament müsse auf diese Weise das "Heft des Handelns wieder in die Hand bekommen".

Bau am Wieragrund in Treysa in vollem Gange

Zum Schluss, nach einer lebhaft genutzten Sitzungsunterbrechung, schwenkten einige CDU-Abgeordnete dann aber doch noch auf den Vorschlag von Bürgermeister Wilhelm Kröll und SPD-Fraktionssprecher Michael Schneider ein, der Antrag wurde mehrheitlich in die Ausschüsse verwiesen. Kröll und Schneider hatten die Stadtverordneten geradezu beschworen, von dem Vorhaben abzulassen. Es sei nicht absehbar, wie ein solcher Schritt auf die Investorengemeinschaft wirken werde.

Noch immer offen ist die Affäre um die drei kleinen Parzellen im Plangebiet, auf die ein ehemaliger Schwälmer Unternehmer das Vorkaufsrecht erhebt. Bürgermeister Kröll teilte den Stadtverordneten mit, dass das zuständige Gericht die Entscheidung darüber bis zum 5. Oktober verschoben habe. Terminlich völlig offen ist der Ausgang des Normenkontrollverfahrens, das derselbe Ex-Unternehmer betreibt. Es könne Monate oder Jahre dauern, bis es entschieden wird. Drittens läuft im Wieragrund ein Verfahren zur Grundstücksumlegung.

Unklar ist gegenwärtig, wie sich die delikate Gemengelage auf die Gestaltung des Einkaufszentrums auswirken wird. Die CDU-Fraktion befürchtet, dass aus dem 20-Millionen-Euro-Projekt ein Wieragrundzentrum "Light" werden könnte. Die Christdemokraten unterstrichen, dass sie das Einkaufszentrum im Ursprungsplan wollen. Sie vermissen Anzeichen für eine Bauaktivität, außerdem gehe es mit den Abrissarbeiten nicht weiter.

Die Grünen machten deutlich, dass sie an einer alternativen Gestaltung festhalten und die Wieragrundstraße weiter ablehnen. Ihre generelle Ablehnung formulierte Linkensprecherin Scheuch-Paschkewitz.

Für die Freien Wähler sprach Christel Bald: Ihrer Fraktion gehe es vor allem um mehr Transparenz.

Schon jetzt ist klar, dass es erhebliche Verzögerungen beim Bau des Einkaufszentrums gibt. So wird der im Bau befindliche Aldimarkt ein viertel Jahr später eröffnet werden. Für das Einkaufszentrum zeichnet sich ein Verzug um ein dreiviertel Jahr ab. Offenbar ist dafür noch gar kein Bauantrag gestellt.

Weitere Überraschung: Die Stadt wird sich mit Lidl auf einen außergerichtlichen Vegleich einigen. Der Discounter kann dann doch mit maximal 800 Quadratmetern Verkaufsfläche gebaut werden, und zwar auf dem Gelände des ehemaligen Autohauses Kohl an der Treysaer Friedrich-Ebert-Straße. Genaue Pläne gibt es noch nicht. Der Rewemarkt soll bekanntlich in das neue Einkaufszentrum übersiedeln. Ansässig ist in Treysa auch Tegut. (aqu)

Quelle: HNA

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