Bestand im Kreis sehr niedrig

Viele junge Feldhasen sterben im Dauerfrost

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Ziemlich kalt: Feldhase im Schnee.

Schwalm-Eder. Die Kälte kostet viele junge Feldhasen das Leben. Ein Großteil des Nachwuchses, der Ende Februar und Anfang März geboren wurde, habe die dauerhaften Minusgrade nicht überstanden, sagt Kreisjagdbeauftragter Werner Wittich.

Dabei sei der Hasenbestand auf dem niedrigsten Niveau seit 2002: Lebten damals im Schwalm-Eder-Kreis noch rund 20 Tiere auf den Quadratkilometer, so seien es heute nur noch zehn.

Dafür gebe es gleich mehrere Gründe, sind sich Werner Wittich und Dr. Klaus Lambrecht von der Naturlandstiftung Hessen einig. Die heute industriell orientierte Landschaft biete Feldhasen, aber auch Rehen und Rebhühnern kaum mehr Rückzugsgebiete – es fehlten Gehölze, Hecken, Feldraine, die den Tieren Deckung, Ruhe und Schutz geben.

In diesen knackig-kalten Zeiten ist das fatal: „Der eisige Ostwind macht den Tieren schwer zu schaffen.“ Vor allem den ganz jungen – denn sie verhungern, erfrieren oder werden gefressen. Wittichs Fazit: Es gibt berechtigten Grund, sich Sorgen um den Feldhasen zu machen. Denn außer in der Wabernschen Tiefebene, die Hasen wegen des vermehrten Kohlanbaus dort so lieben, sind sie mittlerweile im restlichen Landkreis eher selten.

Wittich fordert wie Dr. Klaus Lambrecht einen besseren Lebensraum mit mehr Hecken und Schutzräumen für Wildtiere. Lambrecht sieht viele Faktoren, die dafür sorgten, dass die biologischen Vielfalt stets weiter dezimiert werde: Klimawandel, leer geräumte landwirtschaftliche Flächen, übermäßiger Anbau von Energiepflanzen wie Mais – all das führe dazu, dass die Bedingungen für viele Tierarten immer schlechter würden.

„Früher tanzten um diese Zeit schon die Hasen auf den Äckern“, sagt Lambrecht. „Heute können wir nur hoffen, dass sich ihre Population im Schwalm-Eder-Kreis wieder erholt.“

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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