Öffentlichkeit erfährt erst nach Wochen von Verkehrskontrolle

Polizeikontrolle: Viele Schulbusse im Kreis sind nicht sicher

Schwalm-Eder. Viele Schulbusse im Schwalm-Eder-Kreis weisen zum Teil erhebliche Mängel auf. Obwohl die Polizei bereits im September 33 Busse kontrollierte, 15 bemängelte und drei sofort stilllegen musste, erfährt die Öffentlichkeit erst jetzt von diesem Ergebnis.

Aktualisiert um 15.50 Uhr

Und das über eine Mitteilung der CDU-Opposition im Kreistag. Es habe eine Mitteilung an die Nahverkehr Schwalm-Eder (NSE) und den Landkreis gegeben, sagt Dirk Daniel, Leiter des Verkehrsdienstes der Polizei. Der Landkreis hat es offenbar nicht für notwendig erachtet, die Eltern und die Schulen zu informieren. Mike Stämmler, Geschäftsführer der NSE, kritisiert seinerseits, dass man nur auszugsweise informiert worden sei. Das Thema sollte noch in einer Schulleitervollsammlung zur Sprache kommen.

Die betroffenen Busunternehmen seien abgemahnt worden. Die Verträge würden im Fall einer Wiederholung gekündigt. Heinz Meier, Schulleiter der Borkener Gustav-Heinemann-Schule, zeigte sich entsetzt. „Natürlich habe ich ein Interesse an der Sicherheit der Kinder.“ Er sei jedoch nicht über die Kontrollen informiert worden.

Mit so einer Informationspolitik verspiele man jegliches Vertrauen, kritisiert Karl-Adam Stiebeling, Schulleiter der Dr. Georg-August-Zinn-Schule. „Es wäre die Pflicht des Landkreises gewesen, uns zu informieren“, sagt Stiebeling. Auch wenn die Busunternehmer hart kalkulieren müssten, die Einsparungen dürften nicht auf dem Rücken der Kinder und anderer Fahrgäste ausgetragen werden. Er begrüßt die Polizeikontrolle der Schulbusse. „Davon brauchen wir mehr.“

Die Polizei hatte seinerzeit die Presse nicht über die Ergebnisse der Schulbuskontrolle in Kenntnis gesetzt. Warum dies nicht geschehen ist, konnten die Verantwortlichen am Freitag nicht klären. Die Nahverkehr Schwalm-Eder hatte nach der Schulbuskontrolle der Polizei die Kennzeichen der Fahrzeuge erhalten. „Wir waren erschrocken und haben unsere Auftragnehmer mit den Ergebnissen konfrontiert“, sagt NSE-Geschäftsführer Mike Stämmler.

Die Schulen und die Öffentlichkeit seien nicht informiert worden. Denn eine Auswertung, welche Schulen an diesem Tag betroffen waren, sei nicht erfolgt. Die Schulleiter sollten aber in der kommenden Vollversammlung unterrichtet werden. Die Sicherheit im Schülerverkehr sei immer ein Thema und werde ernst genommen, daher gebe es regelmäßig Kontrollen der NSE bei den Partnern.

Hintergrund

33 Schulbusse kontrollierte der regionale Verkehrsdienst der Polizeidirektion Schwalm-Eder. An 15 Bussen wurden dabei zum Teil erhebliche Mängel festgestellt. Drei Fahrzeuge wurden von Gutachtern des TÜVs und der Dekra sofort stillgelegt. Die Mängelliste ist erschreckend: keine funktionierenden Bremsen, durchgerostete tragende Teile, fehlende Nothämmer und nicht geprüfte Feuerlöscher. Diese umfangreiche Kontrolle sei die erste ihrer Art im Landkreis gewesen, sagt Dirk Daniel, Leiter des Verkehrsdienstes. Wegen der erheblichen Sicherheitsdefizite werde man dies aber weiterverfolgen.

Von Olaf Dellit und Damai D. Dewert

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare