Viele Straßenbaustellen im Herbst nerven die Autofahrer

Rübentransporte über Felsberg und Altenburg: An der Kreuzung in Gensungen geht es für die Landwirte geradeaus. Die Umleitung mitten in der Zuckerrübenkampagne sorgt in Felsberg für zusätzlichen Ärger, weil man ohnehin stark belastet ist vom Verkehr und die Landesstraße seit Jahren im einem desolaten Zustand ist.

Felsberg. Derzeit gibt es in der Region viele Straßenbaustellen, die die Autofahrer angesichts von Sperrungen und Umleitungen nerven. Darüber sprachen wir mit Hessen Mobil-Sprecher Horst Sinemus.

Warum sperrt man mit der Bundesstraße zwischen Gensungen und Rhünda eine der wichtigsten Zufahrten zur Zuckerfabrik Wabern, wenn die Kampagne beginnt?

Das ist ein bisschen unglücklich“, räumt Sinemus ein. Es gebe aber bei Planung und Bauausführung gewisse Zwänge.

Zuckerrübentransporte belasten auf der Umleitung unter anderem Altenburg und Felsberg. Die Ortsdurchfahrt Felsberg ist in einem desolaten Zustand. Warum wird die marode Fahrbahn nicht erneuert?

Die Sanierung sei in der Dringlichkeitsbewertung des Landes zur Sanierungsoffensive bis 2022 (385 Millionen Euro für 540 Einzelbauprojekte) nicht enthalten, sagt Sinemus. Auf der Ederbrücke werde ein weiterer, 200 Meter langer Abschnitt saniert. Die Rampe der Ederbrücke zum Bahnhof sei in Kürze fertig.

Warum wird der ebenfalls marode Abschnitt der Bundesstraße 253 zwischen Rhünda und Harle jetzt nicht in einem Zug mit erneuert?

Wir haben diesen Abschnitt mit in unserem Programm“, sagt Sinemus. Einen Termin für die Bauausführung könne er aber nicht nennen.

Jedes Jahr im Herbst sprießen die Straßenbaustellen wie Pilze aus dem Boden. Warum wird im Frühjahr und Sommer kaum gebaut?

Vorhaben im Landesstraßenbau seien im Vorjahr gestrichen worden, antwortet Sinemus. Das werde jetzt nachgeholt. „Wir haben auch schon im Frühjahr gebaut“, sagt er. Es gebe aber auch Kapazitätsprobleme bei den Baufirmen. „Wir können nicht alles im Sommer erledigen.“

Oft weisen erneuerte Straßen nach wenigen Jahren schon wieder erhebliche Schäden auf, zum Beispiel die Bundesstraßen zwischen Melsungen und Morschen, Melsungen und Spangenberg und Melsungen und der Autobahn 7. Liegt das auch daran, dass im Herbst der Asphalt bei zu niedrigen Temperaturen eingebaut wird?

Nach den Vorschriften können laut Sinemus Tragschichten bei Temperaturen bis zu minus drei Grad eingebaut werden, bei den darüber liegenden Binder- und Deckschichten sei dies bei Temperaturen bis zu null Grad möglich. Geregelt werde dies durch technische Vertragsbedingungen und Richtlinien.

Und wenn - wie jetzt auf der Autobahn 49 - im strömenden Regen bei niedrigen Temperaturen asphaltiert wird? Wie soll das halten?

„Die Firma ist verantwortlich“, sagt Sinemus. „Wir treiben niemanden an, zu bauen, wenn es die Wetterbedingungen nicht zulassen. Werden die Vorschriften nicht eingehalten, wird das gerügt.“

Bei Autobahnen beträgt die Gewährleistung der Firma fünf Jahre, bei Bundes- und anderen Landesstraßen liegt sie - je nach Stärke der Fahrbahn - zwischen zwei und fünf Jahren. Wird das streng überwacht?

„Wir kontrollieren das“, sagt Sinemus. „Wir überwachen die Bauausführung, es gibt eine Abnahme.“ Bei Mängeln würden Nachbesserungen gefordert oder es werde Geld abgezogen.

Quelle: HNA

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