Viele Wähler finden Kreistagswahlzettel zu groß

Wahlhelfer im Melsunger Bachfeld-Kindergarten im Einsatz: von links Jens Zabbée, Wahlvorsteher Ralf Börner, Rolf Hoßfeld und Thomas Bonsels. Fotos: Hohagen

Kreisteil Melsungen. Die rote Tischdecke – gemeint ist der große rote Wahlzettel für die Kreistagsabstimmung – und die Möglichkeit, darauf zu kumulieren und zu panaschieren – war das große Thema in und vor den Wahllokalen.

So sinnvoll das Stimmenaufteilen im Ortsbeirat und für die lokalen Parlamente ist, so überflüssig finden die meisten die Möglichkeit, 71 Stimmen für die Politiker im Kreistag zu verteilen und dafür diese rote Tischdecke in Kauf nehmen zu müssen. „Ich kenne die Leute nicht und mache dann sowieso nur mein Pateikreuz“, moniert Edeltraut Hulverscheidt aus Schnellrode stellvertretend für ungezählte Wähler, vor allem der älteren Generation. Kontraproduktiv und der Wahlbeteiligung nicht zuträglich findet auch der Wahlvorsteher im Spangenberger Rathaus, Ulrich Salzmann, die „Fahne“.

Die Wahllokale in Mörshausen, Adelshausen und Melsungen bestätigen diesen Eindruck – und das obwohl der große Zettel auch bei den Kommunalwahlen vor fünf Jahren schon eingesetzt wurde. Viel mehr Menschen als damals hätten sich dieses Jahr deshalb aber für die Briefwahl entschieden, sagt Wolfgang Weyh, Wahlvorsteher in Adelshausen.

Die Wahlbeteiligung lief in den Ortschaften am Sonntagvormittag schleppend. Nicht ungewöhnlich, bedenkt man die Zeitumstellung und Gottesdienste mit Konfirmanden-Vorstellung, sagt Mörshausens Wahlvorsteherin Annelie Deist. Unterschiedlich zufrieden waren die Wahlvorstände am Nachmittag. Im Bachfeld-Kindergarten in Melsungen lag die Beteiligung um 16 Uhr erst bei 40 Prozent, in Schnellrode dagegen schon bei stolzen 73. (juh)

Quelle: HNA

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