In vielen Gemeinden fehlt ein fester Organist

Schwalm-Eder. In den Kirchenkreisen Fritzlar, Homberg, Melsungen und Ziegenhain haben viele Gemeinden mittlerweile keinen festen Organisten mehr.

Gottesdienste ohne Orgelbegleitung sind trotzdem nur die Ausnahme, sagen die Kantoren der evangelischen Kirchenkreise. „Es gibt nicht mehr wie früher einen Organisten, der für eine Gemeinde zuständig ist“, sagt Christian Fraatz, Bezirkskantor des evangelischen Kirchenkreises Melsungen. Dort sei es in vielen Gemeinden die Regel, dass wechselnde nebenberufliche Organisten die musikalische Begleitung an den Sonntagen übernehmen. Es fehle an der Bereitschaft der Organisten, eine feste Stelle zu übernehmen.

Ein ähnliches Bild zeichnet sich in den Gemeinden der Kirchenkreise Homberg, Fritzlar und Ziegenhain ab. „Gerade Jugendliche wollen oft gar keine volle Stelle“, sagt die Homberger Bezirkskantorin Birgit Käfer. Die Ausbildung von Nachwuchs-Organisten sei deshalb eine Daueraufgabe.

In den kleineren Gemeinden des Kirchenkreises Melsungen müsse trotz der ständigen Ausbildung von Organisten bei manchen Gottesdiensten auf die Orgel verzichtet werden, sagt Fraatz. Dort werde dann auf andere Instrumente zurückgegriffen.

„Die Tendenz bei den Organisten geht zum reisenden Virtuosen“, sagt Reiner Volgmann, Bezirkskantor des Kirchenkreises Fritzlar. Auch dort gibt es nicht für alle Gemeinden einen festen Organisten. Probleme entstünden dadurch keine: „Wir haben genug Organisten“, sagt er. Um jeden Gottesdienst zu besetzten, sei allerdings eine gute Planung notwendig.

Auch im Kirchenkreis Ziegenhain gibt es nur wenige feste Organisten. Gottesdienste ohne Orgelbegleitung seien aber die Ausnahme. „Die Gemeinden haben einen Pool mit Organisten, die sich abwechseln“, sagt Kantor Fritz Falk-Rolke.

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Von Verena Koch

Quelle: HNA

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