In vielen Feuerwehren gibt es Engpässe

Vier Feuerwehrleute bei Sartorius in Guxhagen im Einsatz

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Auch an der Arbeit immer in Alarmbereitschaft: Benjamin Busch (von links), Benjamin Jahn, Lars Hruby und Marco Jutzi arbeiten bei Sartorius und sind wichtige Mitglieder in der Tagesalarmbereitschaft der Guxhagener Feuerwehr. 

Guxhagen. Nicht bei jedem Betrieb sind Retter für die Einsätze freigestellt, auch wenn das Brandschutzgesetz dazu verpflichtet. 

Wenn an der Arbeit der kleine Melder an seinem Gürtel piept, dann kann es sein, dass Benjamin Busch sofort alles stehen und liegen lässt, und zum Auto rennt. Der stellvertretende Wehrführer der Gemeinde Guxhagen ist genau wie Marco Jutzi, Lars Hruby und Benjamin Jahn bei Sartorius in Guxhagen beschäftigt. Alle sind Mitglieder in der Feuerwehr der Gemeinde. Und wenn ein Einsatz reinkommt, dann geht’s für die Männer sofort los. Die Arbeit bleibt einfach liegen.

Dass ein Betrieb die Retter für die Einsätze freistellt, sei keineswegs eine Selbstverständlichkeit, betont Busch. In vielen Feuerwehren gebe es Engpässe in der Tagesalarmbereitschaft, berichtete erst jüngst auch Markus Böse, der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes (HNA berichtete). Dabei seien Arbeitgeber durch das Brandschutzgesetz verpflichtet, die Feuerwehrleute für die Dauer des Einsatzes freizustellen. „Aber gerade in kleinen Betrieben ist dies wirklich ein Problem“, weiß Busch.

Für die Tagesalarmbereitschaft der Guxhagener Wehr sind die vier Männer äußerst wichtig. Mit ihnen können tagsüber neun bis 14 Leute zu Einsätzen ausrücken. Vor drei Jahren wurde Sartorius vom Landesfeuerwehrverband als Partner der Feuerwehr ausgezeichnet. Für das Unternehmen mit Sitz in Göttingen sei es eine Selbstverständlichkeit, die Feuerwehrleute freizustellen, sagt Pressesprecher Dominic Grone. „Es geht schließlich darum, schnelle Hilfe zu leisten.“ Und mit dem Standort habe das Unternehmen auch eine Verpflichtung der Gemeinde gegenüber.

Damit die Feuerwehrleute so schnell wie möglich vom Unternehmen am Fuldaberg zum Feuerwehrgebäude an der Gemeindeverwaltung kommen – dort ziehen sie sich um und steigen ins Einsatzfahrzeug – haben sie bei Sartorius sogar einen extra Parkplatz. „Dadurch sparen wir uns einige Meter, denn wir können direkt von hinten auf die Robert-Bosch-Straße fahren“, sagt Lars Hruby. „Und wenn uns die Kollegen rennen sehen, dann wissen sie schon genau, was los ist“, sagt Marco Jutzi. Auf dem Parkplatz treffen sich die Vier und fahren dann in einem Auto gemeinsam zur Feuerwehr.

Typische Einsätze, beispielsweise die Beseitigung einer Ölspur, dauerten etwa eineinhalb Stunden, schätzt Busch. Vorteilhaft sei, dass die Männer alle in unterschiedlichen Abteilungen bei Sartorius arbeiten, sagt Grone. „Wenn plötzlich drei oder vier aus einer Abteilung über Stunden weg sind, dann würde es doch problematisch.“ Zu 18 bis 20 Einsätzen, so schätzt Busch, rücken die vier Männer im Jahr während ihrer Arbeitszeit aus.

Sich nach einem Einsatz wieder auf die Arbeit zu konzentrieren, sei meist kein Problem, sagt Busch. „Aber es kommt natürlich darauf an, worum es sich handelte.“ Nach einem schweren Verkehrsunfall – und die Guxhagener Wehr wird schließlich regelmäßig zu Einsätzen auf der Autobahn gerufen – sei es dann doch etwas anderes. „Das ist aber von Kollege zu Kollege verschieden.“ Sartorius stelle es den Kollegen auch frei, in solchen Fällen nach dem Einsatz nach Hause zu fahren.

Arbeitgeber müssen freistellen

Arbeitgeber sind durch das Brandschutzgesetz verpflichtet, Feuerwehrleute für die Dauer des Einsatzes von der Arbeit freizustellen. Unternehmen haben die Möglichkeit, sich den Ausfall des Mitarbeiters von den Gemeinden und Städten erstatten zu lassen. Paragraf 11 der Hessischen Brand- und Katastrophenschutzgesetzes besagt außerdem, dass Feuerwehrleute auch für Übungen oder zu Ausbildungszwecken unter Fortzahlung des Lohnes freigestellt werden müssen.

Quelle: HNA

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