Sucht- und Gewaltprävention: Augsburger Puppenkiste bringt Kindern Gefühle näher

Sucht- und Gewaltprävention mit der Augsburger Puppenkiste

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Spielten am Dienstag in der Ziegenhainer Kulturhalle: Hans Kautzmann, Florian Moch, Susanne Stiedl und Stefan Schmieder (von links) von der Augsburger Puppenkiste mit ihren Marionetten Paula, Heulibold, Zornibold, Bibberbold und Freudibold.

Ziegenhain. Die Augsburger Puppenkiste war am Dienstag  in der Ziegenhainer Kulturhalle zu Gast. Mehrere hundert Kindergartenkinder aus der Region lernten im Puppenspiel den Umgang mit Traurigkeit, Ärger, Angst und Freude.

Im wisssenschaftlich erprobten Präventionsprogramm soll Kindern vermittelt werden, über ihre eigenen Gefühle zu sprechen und auf die Gefühlslagen anderer Kinder einzugehen.

Kindergartenkind Paula ist neugierig: So neugierig, dass sie regelmäßig auf Omas Dachboden herumkramt. Eines Tages entdeckt Paula eine Kiste. Und darin die Kobolde Heulibold, Zornibold, Bibberbold und Freudibold. Die Figuren entstiegen am Dienstag der Augsburger Puppenkiste.

Grundlage ist die faszinierende Geschichte um vier Kobolde, die nicht so recht wissen, was mit ihnen los ist. Mithilfe von Paula lernen die Kobolde, dass es ganz normal ist, sich unterschiedlich zu fühlen. Das Bühnenstück entstand zusammen mit Künstlern der Augsburger Puppenkiste und wird bundesweit aufgeführt.

Betreut wurde der Tag in Ziegenhain von Papilio-Trainerin Monika Siebert vom Kreis. „Prävention kann nicht früh genug beginnen und funktioniert nur, wenn Kinder emotional angesprochen werden“, erklärte Lothar Mohr von der AOK Hessen. Vizelandrat Winfried Becker freute sich, dass das Programm im Kreis gut angenommen wird. „Die Fortbildung dauert zwei Jahre und ist berufsbegleitend.“

Seminare sind ausgebucht

 Die Nachfrage sei so groß, dass die Seminare für 2012 bereits ausgebucht seien. Für 2013 gebe es noch freie Plätze. Vorort war auch Regina Sahl von der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen – sie vernetzt das Programm auf unterschiedlichen Ebenen. Es sei wichtig, dass sich das Programm im Alltag wiederfinde. „Kein Zertifikat in Form eines Schildes am Eingang des Kindergartens, sondern eine „gelebte Haltung“.

Bilder von der Aufführung

Sucht- und Gewaltprävention mit der Augsburger Puppenkiste

Dass das Zeit brauche, bestätigte Elke Wecke, Leiterin der zertifizierten Einrichtung in Wernswig. „Kinder, aber auch Erzieher, haben gelernt, ihre Gefühle verbal zu äußern.“ Sie wünsche sich, dass auch Grundschulen in das Programm eingebunden würden.

Quelle: HNA

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