Alte Menschen in Treysa sind begeistert von den regelmäßigen Besuchen der Therapiehündin Kira

Auf vier Pfoten ins Seniorenheim

Gerhard und Lydia Jobst macht es viel Spaß mit Kira zu spielen. Den Ball fängt die Hündin professionell aus der Luft. Foto: Brück

Treysa. Das strahlende Lächeln von Adolf Müller nimmt Kira gar nicht war. Sie ist voll darauf konzentriert, dem 74-Jährigen das Essen aus der Hand zu klauen. Die Therapie-Hündin hat sichtlich Spaß an ihrem Besuch im Seniorenheim „Am Schwalmberg“.

„Für den Hund ist der Besuch bei den Senioren mit viel Spaß verbunden“, erklärt Kiras Besitzerin Eva-Maria Reuter aus Treysa. Damit die Labrador-Hündin dennoch nicht überfordert wird, dauert ihr Einsatz immer nur eine Stunde. Alle zwei Wochen kommt die 64-Jährige zusammen mit Kira im Seniornheim vorbei. Das Team ist bei Bewohnern und Mitarbeitern ein gerne gesehener Gast. Wo immer Kira ihre Schnauze um die Ecke steckt, schallt ihr ein fröhliches „Hallo, da bist du ja wieder“, entgegen.

Harte Ausbildung

Seit Reuter vor sechs Jahren mit ihrer Hündin die Prüfung zum Therapiehund abgelegt hat, besucht sie die rund 22 Bewohner ehrenamtlich im Seniorenheim. Finanziert hat die Ausbildung das Deutsche Rote Kreuz. Die Lehrzeit war für Mensch und Hund fordernd: Nach etwa 36 Unterrichtseinheiten und vier Praktika mussten eine schriftliche und praktische Prüfung bestanden werden.

Der Hund muss während dieser Zeit zeigen, dass er damit umgehen kann, von vielen Menschen angefasst und unter umständen auch laut angesprochen zu werden. Für Kira war das kein Problem: „Wir haben auch die Rettungshundeausbildung gemacht, doch Kira wollte nicht bellen, wenn sie jemanden gefunden hatte“, erzählt Reuter.

Freude für Senioren

Für die Senioren in Treysa ist das ein Gewinn: Mal legt die Hündin mit großen Augen den Kopf auf den Schoß, mal bringt sie mit wedelndem Schwanz einen Tennisball zurück zu den begeisterten Heimbewohnern. „Man schenkt den Senioren hier so viel Freude, das ist ein schönes Gefühl“, erzählt Reuter.

Auch Sabine Jäckel, Leiterin der sozialen Betreuung im Seniorenheim, ist von Kiras Einsatz überzeugt. „Die Hündin wirkt sich positiv auf das Lebensgefühl der Senioren aus, weil sie durch Wärme und Nähe positive Gefühle hervorrufen“, sagt Jäckel.

Den Heimbewohnern sieht man die Freude über Kiras Besuch an. Die Augen der Senioren leuchten und die Mundwinkel bilden ein breites Lächeln, wenn ihre Hände das weiche Fell der Hündin berühren. Keiner lässt Kira gerne gehen, doch nach einer Runde durch mehrere Zimmer hat sie noch einen besonderen Termin.

Mit etwas Mühe steigt die eifrige Therapiehündin die Treppen in den ersten Stock hinauf – sie selbst ist mit ihren zwölf Jahren auch schon eine Seniorin. Hier warten Lydia und Gerhard Jobst schon auf ihren Besuch. Das Ehepaar darf sich heute ausgiebig mit Kira beschäftigen. Die Hündin kennt die 55-Jährige und den 67-Jährigen und freut sich über die Aufmerksamkeit.

„Die Senioren bekommen mit dem Hund leicht viel Bewegung, weil sie begeistert mit ihm spielen“, erklärt Reuter. So läuft Kira mit wedelndem Schwanz durch das Zimmer und sucht schnüffelnd nach Leckerien. Hat sie gerade nichts zu tun, sitzt sie mit angelegten Ohren und großen Augen vor den Senioren, als wolle sie sagen „Streichelt mich, dafür bin ich da“. Zum Abschied bekommt Kira ein Stück Trockenfleisch als besondere Belohnung für ihre gute Arbeit.

Von Dominik Brück

Quelle: HNA

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