Virtuose Musik der Romantik 

Pianist Menachem Har-Zahav war erneut zu Gast in der Hospitalskapelle in Treysa

Hochkonzentriert: Menachim Har-Zahav am Klavier im Hospital. Foto: Decker

Treysa. Mit dem Konzert „Perlen der Klavierliteratur 2“ gastierte Menachem Har-Zahav bereits zum zweiten Mal mit seiner Musik aus der Romantik in der Hospitalskapelle in Treysa.

Die erste Perle des Konzerts war das bekannteste Klavierstück Fréderic Chopins, die Ballade in g-moll, Op. 23. Die Zuhörer ließen sich von der souverän dargebotenen Musik verzaubern. Der israelisch-amerikanische Konzertpianist präsentierte virtuos, ohne ein einziges Notenblatt zu nutzen, Rachmaninoff und die Klavierstücke, Op. 119 von Brahms.

Deren sehnsüchtiger und fröhlicher Charakter berührte die Zuhörer und bei der Rhapsodie in Es-Dur war geradezu der Vorläufer moderner Popmusik zu erspüren. Nach der Pause gab der Meisterpianist mit George Gershwin einen Vorgeschmack auf seine nächste Tournee, die sich ganz diesem Künstler widmen wird. Die Three Preludes, dessen zweites Stück sehr an einen Blues erinnerte, ließen bereits die Vorfreude auf das nächste Jahr aufkeimen.

Mit drei kurzen Stücken von Claude Debussy und der Étude d´éxecution transcendente Nr. 10 in f-moll von Franz Liszt beendete Menachem Har-Zahav das Konzert. Sein kraftvolles und leichtes und zartes Klavierspiel baute eine große Spannung auf, so dass nach jedem Stück erst ein Moment der absoluten Stille herrschte, bevor das Publikum begeistert applaudierte.

Mit einer Zugabe bedankte sich der Künstler. Leider war die Hospitalskirche nur halb besetzt, doch ein Hoffnungsschimmer für die klassische Musik war mit Anwesenheit zweier jungen Kinder vorhanden. Der neunjährige Elias etwa hatte unbedingt in dieses Konzert gehen wollen.

Schöne Idee

Stilvoll gekleidet mit weißem Hemd, Krawatte und Sakko erklärte er, dass ihm das Konzert gut gefallen habe. Vielleicht ist die schöne Idee Har-Zahavs, Kindern und Jugendlichen freien Eintritt zu gewähren, eine echte Chance, auch den Publikumsnachwuchs für klassische Konzerte zu gewinnen. Eine nachahmenswerte Idee.

Von Christiane Decker

Quelle: HNA

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