Lkw im Visier: Bundesamt für Güterverkehr überprüfte Fahrzeuge auf der A 7

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Alles in Ordnung: Der griechische Lastwagenfahrer Elextherio Giakoumidis kann beruhigt weiterfahren.

Felsberg. Gnadenlos schließt sich die pinkfarbene Sicherheitskette um die riesigen Räder des Lastwagens, der gerade unterwegs von Cochem nach Lohfelden war. Diese Fahrt ist nun erst einmal auf unbestimmte Zeit beendet.

"Wir haben festgestellt, dass eine Bremsscheibe gerissen ist", sagt der Kontrollbeamte André Kurzenknabe vom Bundesamt für Güterverkehr. Ein guter Grund für die Beamten, das Fahrzeug dingfest zu machen. "Im schlimmsten Fall kann die Bremsscheibe brechen und das Lenkrad blockiert", erklärt Kurzenknabe.

Das Bundesamt für Güterverkehr kontrollierte gestern auf dem Parkplatz Quillerwald auf der A 7 von Melsungen in Richtung Kassel Fahrzeuge, mit denen Güter transportiert werden. Der Schwerpunkt lag dabei auf Lastwagen. "Es kommt aber auch manchmal vor, dass wir Autos mit Anhängern kontrollieren", erklärte Thomas Fischer, Leiter der Straßenkontrolleinheit.

Und schon geht es weiter: Kurzenknabe, der direkt an der Autobahn steht, schwingt die rote Kelle, um den nächsten Lastwagen aus dem Verkehr zu ziehen. Diesmal ist der Fahrer aus Griechenland, der seine Ladung nach Barleben bringen will.

Bereitwillig zeigt der Grieche Ladepapiere, Lizenz und Tachoscheiben. Auf diesen Scheiben kann der Kontrolleur genau sehen, ob der Fahrer die Lenk- und Ruhezeiten eingehalten hat. Nachdem das erledigt ist, geht der Kontrollbeamte Walter Kessler mit Kennerblick um das Fahrzeug herum. Er prüft Reifenprofil, Lichtanlage, Federung und Ladung. "Das sieht schonmal alles gut aus", stellt Kessler fest. Auch der Rest sieht gut aus und das heißt für den Fahrer: Weiter geht's!

Hintergrund

Das Bundesamt für Güterverkehr überprüft Fahrzeuge, die Güter befördern. Im Jahr kontrolliert die Behörde rund 600 000 Fahrzeuge bundesweit. Auf der A 7 zwischen Melsungen und Kassel sind drei- bis viermal im Monat Beamte vor Ort, die Lastwagen, Autos mit Anhängern und Autos, die Gefahrgut transportieren, überprüfen. Kontrolliert werden Papiere, Lenk- und Ruhezeiten der Fahrer, Mängel am Fahrzeug, Maße, Länge und Gewicht der Lastwagen und Ladungen und vieles mehr.

Diese Aufgabe ist vielfältig und betrifft 20 Rechtsgebiete, in denen sich die Kontrolleure auskennen müssen. Das Bußgeld kann für den Lkw-Fahrer 10 bis 10 000 Euro hoch sein. Bei Mängeln, die massiv die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer einschränken, werden die Reifen des Fahrzeugs an Ort und Stelle festgekettet und erst freigegeben, wenn der Mangel behoben ist.

Von Theresa Ziemann

Quelle: HNA

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