Schlosspark Riede – Sanierung der historischen Teiche und der Kaskadenanlage

Vision vom Mini-Bergpark

Rieder Teufelsbrücke: Dr. Johannes Kahl, Norbert Zimmermann und Dr. Christian Kahl (von links) begutachten von oben den freigelegten Kaskadengrund. Fotos:  Junker

Riede. Der Park am Schloss Riede gleicht einer Baustelle, „wenn inzwischen auch einer aufgeräumten“, wie die Eigentümer Johannes und Christian Kahl schmunzelnd ergänzen. Mitten in der Anlage findet seit einiger Zeit die aufwändige Wiederherstellung der historischen Teiche und der Kaskadenanlage statt.

„Wir haben hier eine kleinere Version des Bergparkes Wilhelmshöhe“, berichtet Dr. Christian Kahl. Neben dem nicht mehr vorhandenen Tiergarten waren drei Teiche ursprünglich mittels Kaskaden verbunden, eine führte das Wasser unter einer kleinen Teufelsbrücke aus Steinen hindurch. Die Kahls und Norbert Zimmermann haben viele historische Quellen zum Thema Bergpark Wilhelmshöhe und Schlosspark Riede studiert. Trotzdem bleiben Fragen offen. „Es ist nicht sicher, welcher Park zuerst angelegt wurde beziehungsweise welcher Vorbild für den anderen war“, so Johannes Kahl.

Halbzeit

„Bei der Sanierung dieses Ensembles haben wir jetzt die Halbzeit erreicht“, sagt Dr. Johannes Kahl, Ostern 2011 soll das Projekt fertig sein. Zu dem Projektteam für den Rieder Park gehören neben den Eigentümern Johannes und Christian Kahl sowie Norbert Zimmermann für den Förderverein außerdem Gartendenkmalpflegerin Maren Brechmacher-Ihnen, die auch an der Erstellung des Kasseler Antrages beteiligt war, der den Bergpark Wilhelmshöhe auf die Weltkulturerbe-Liste bringen soll. Ein Ingenieurbüro aus Witzenhausen ist für den Part der Gartenarchitektur zuständig. „Unser Ziel hier ist es, Natur und Denkmal wieder zu verbinden“, sagen die Brüder Kahl. 160 000 Euro soll das Ganze nach derzeitigem Erkenntnisstand kosten. Die Besonderheit dieses Vorhabens anerkannte auch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, die einen Teil des Projektes finanziell unterstützt.

Seit 2008 sind die Kahls Eigentümer des Anwesens Schloss Riede mit Park und Gutshof. Diverse Erhaltungsarbeiten wurden bereits mit großem persönlichem und finanziellem Einsatz sowie der Unterstützung des Fördervereines zur Erhaltung von Schloss Riede realisiert.

Nach Sanierungsarbeiten am und im Schloss, der Remise und anderen Gebäuden des Komplexes standen 2010 unter anderem ein Konzept für die wirtschaftliche Nutzung des Gutshofes und die Restaurierung des Landschaftsparkes auf dem Arbeitsplan der Kahls.

Vom Schlamm befreit

Der unterste Teich wurde bereits geleert und der Schlamm entfernt. Dabei stellte sich heraus, dass dessen Boden mit Steinen gepflastert ist.

Der dritte, oberste Teich wurde neu ausgebaggert, er dient dann wie früher als Vorfluter und sammelt Regen- und Schmelzwasser.

Im Kaskadenbereich und an der Brücke haben Arbeiter mittels Handarbeit das freigelegt, was an Struktur und Material darin vorhanden war. Sämtliche Steine werden für eine eventuelle spätere Wiederverwendung zwischengelagert. Als nächstes muss unter anderem der mittlere Teich vom Wildwuchs und Unkraut befreit werden.

Von Contanze Junker

Quelle: HNA

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