Monitoring gewinnt an Bedeutung

Vitaqua zapft tiefere Grundwasserschichten an

Wolfhagen. Die Wasserentnahme des Mineralwasserherstellers Vitaqua hat keinen Einfluss auf den oberflächennahen Grundwasserhaushalt im Stadtgebiet Wolfhagens. Das ist das Ergebnis eines kontinuierlichen Monitorings an 30 verschiedenen Messstellen in unterschiedlichen Tiefen.

Dieter Spangenberg, Wassermeister der Stadtwerke Wolfhagen, präsentierte jetzt Mitgliedern von Magistrat, Fraktionen und einem engeren Interessenkreis aus Vereinen die Fakten.

Immer wieder hatten sich Einwohner der Stadt über das zunehmende Austrocknen von Gewässern gewundert. Bäche führten weniger Wasser, Quellen fielen trocken – so die Beobachtungen. Einige glaubten, in dieser Entwicklung einen Zusammenhang zu sehen mit dem Mineralwasserhersteller im Hiddeser Feld, der vor einigen Jahren den Betrieb aufgenommen hat und jährlich bis 1,5 Millionen Kubikmeter Wasser fördern darf. Generell habe bei der Entnahme die Versorgung der 14.000 Einwohner Wolfhagens und seiner Stadtteile Vorrang, erklärte Dieter Spangenberg. Bei Problemen gehe das zu Lasten des Mineralwasserproduzenten.

Regelmäßige Kontrollen

Geknüpft an die Fördergenehmigung seien regelmäßige hydrogeologische Berichte über die Entwicklung des Grundwasserstandes. Wie Wassermeister Spangenberg sagte, ließen sich bei Entnahmen aus tieferen Bereichen auch nur dort Druckveränderungen nachweisen. Und Viaqua wird ausschließlich mit Wasser aus großen Tiefen beliefert. „Grundwasserführende Zwischenschichten werden davon wenig bis gar nicht beeinflusst“, so der Technische Leiter der Stadtwerke.

Das Phänomen, das Bäche, Teiche und Quellen weniger Wasser führten, habe andere Ursachen. Die Datenprotokolle der flacheren Messstellen legten einen direkten Zusammenhang mit den Niederschlägen und dem Sickerwasser nahe. Die Gewässer führten vor allem im Januar und Februar viel Wasser, danach ginge die Wassermenge mit zunehmendem Verlauf des Jahres immer weiter zurück. Die vergleichsweise wenigen Niederschläge der Jahre 2011 und 2012 ließen sich auch im Datenmaterial ablesen, das die oberflächennahen Messstellen geliefert haben.

Für die Sommer werden immer längere Trockenperioden erwartet. Mit den steigenden Temperaturen werde mehr Flüssigkeit verdunsten. Gleichzeitig würden Starkregenereignisse gehäuft auftreten. Diese Entwicklung habe das Wolfhager Land bereits erreicht. Allerdings reichten die Regenfälle im Sommer nicht aus, um die Pegel des oberflächennahen Grundwassers anzuheben.

Fazit des Treffens: Der Überwachung des Grundwasserspiegels soll an Bedeutung gewinnen. Nur so ließen sich die Veränderung im Wasserhaushalt der Stadt Wolfhagen kontrollieren.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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