50 Azubis und 26 Mitarbeiter betroffen

Vitos beendet Ausbildung im Karlshof - 50 Jugendliche betroffen

Vitos beendet Ausbildung im Karlshof - 50 Jugendliche betroffen

Wabern/Bad Emstal. Im Waberner Karlshof wird der Ausbildungsbereich für benachteiligte Jugendliche geschlossen. Das teilte die Vitos Kurhessen als Betreiberin den 50 Jugendlichen, die dort zurzeit eine Ausbildung absolvieren, und deren Eltern in der vergangenen Woche mit.

Die Nachricht kam für die betroffenen Azubis völlig überraschend: Im August hätten einige Jugendliche schließlich erst ihre Lehre begonnen, heißt es in einem Schreiben der jungen Leute, das der HNA vorliegt. Sie bezweifeln zudem, dass die Vitos Kurhessen, zu der das Pädagogisch-Medizinische Zentrum (PMZ) im Waberner Karlshof gehört, ihre Ankündigung wahrmachen wird, für alle Auszubildende eine adäquate neue Stelle zu finden.

Das beteuerten jedoch der Betriebsstättenleiter in Wabern, Jörg Hans, und die Unternehmenssprecherin von Vitos Kurhessen, Andrea André. „Wir erfüllen unsere Verträge“, betonten beide im Gespräch mit der HNA. Man suche Kooperationspartner in der Region, die die Azubis übernehmen könnten. Erste Gespräche seien vielversprechend gelaufen. Zudem müsse die Arbeitsagentur, die die Ausbildungsmaßnahmen finanziere und die Jugendlichen zuweise, mögliche Veränderungen genehmigen.

„Alle Jugendlichen werden ihre Ausbildung abschließen können“, versicherte Jörg Hans. Sollte Vitos keine akzeptable neue Stelle finden, müsse man so lange in Wabern weiter ausbilden. Für die 26 Mitarbeiter des PMZ, die noch im Bereich der Ausbildung beschäftigt sind (Ausbilder und Pädagogen), will die Vitos Kurhessen nach „verträglichen Lösungen suchen“, so die Unternehmenssprecherin. In Wabern würden sie nicht mehr benötigt. Man versuche, innerhalb des Konzerns Angebote zu machen. Wann endgültig Schluss sein wird für die Ausbildung in Wabern, stehe jetzt noch nicht fest. (ula)

Hintergrund

In den Ausbildungswerkstätten des Karlshofs werden seit vielen Jahren Jugendliche mit Lernbehinderung oder psychischen Behinderungen schulisch und beruflich ausgebildet. Dieser Bereich soll aufgegeben werden, weil „einem erheblichen Investitionsbedarf rückläufige Einkünfte“ entgegen stehen, wie es in einer Pressemitteilung von Vitos Kurhessen heißt.

Zum einen gebe es viele Mitbewerber in der Region, zum anderen finanziere das Jugendamt deutlich weniger berufliche Förderungen. Außerdem sei wegen fehlender Internatsunterbringung das Einzugsgebiet beschränkt. Statt der bis zu 120 möglichen gebe es heute nur noch 50 Azubis in Wabern. (ula)

Quelle: HNA

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