Betriebsrätin wird Personalchefin bei Vitos Kurhessen

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Die neue Personalchefin bei Vitos Kurhessen: Elke Heinemann (50) hat den Posten zum 1. April übernommen.

Merxhausen. Vitos Kurhessen hat eine neue Personalchefin. Elke Heinemann (50) hat den Posten Anfang April übernommen. Anderthalb Jahre lang war die Stelle vakant. Zuletzt hatte sie Prokurist Karl-Heinz Löber kommissarisch geführt.

Die Personalentscheidung löst nicht bei allen der 1200 Beschäftigten in der Psychiatrie Merxhausen und den angegliederten Einrichtungen Begeisterung aus (Artikel unten). Grund ist Heinemanns langjähriges Engagement als stellvertretende Betriebsratschefin und zuvor als Mitglied im Personalrat. Sie selbst sieht keinen Interessenskonflikt. Im Gegenteil.

„Die Ziele des Unternehmens und die der Mitarbeiter müssen etwas miteinander zu tun haben“, sagt Elke Heinemann. Und eines der Ziele sei die Sicherung von Arbeitsplätzen. Die Aufgabe stellt eine große Herausforderung dar: Denn im Gesundheitssektor müssten in den kommenden Jahren die Kosten weiter gesenkt werden. Und 80 Prozent der Kosten bei Vitos Kurhessen seien Personalkosten.

Hohe Arbeitsbelastung

Die Arbeitsbelastung der Beschäftigten schätzt die neue Personalchefin als hoch ein. „Ich weiß, wie es ist, eine Nachtschicht allein meistern zu müssen“, sagt Heinemann, die seit 30 Jahren in der Psychiatrie arbeitet und als Krankenschwester angefangen hatte. Die Tatsache, dass sie den Klinikalltag kenne und selbst aus der Praxis komme, bewertet sie als Vorteil für ihren neuen Job.

Über ihren Seitenwechsel von der Betriebsratseite auf die Abteilungsleiterebene habe sie sich im Vorfeld ihrer Entscheidung Gedanken gemacht. Auch könne sie die Ängste und das Unbehagen in Teilen der Belegschaft verstehen. Allerdings seien diese aus ihrer Sicht unbegründet. Als Stationsleiterin und Mitglied im Personalrat habe sie schon einmal eine Doppelfunktion bekleidet, ohne dabei in einen Konflikt geraten zu sein. Dinge, die ihr als stellvertretender Betriebsratschefin von Mitarbeitern anvertraut worden seien, werde sie auch weiterhin als vertraulich behandeln. Heinemann: „Ich muss in den Spiegel schauen können.“

Transparenz

Mit einer Unternehmenskultur, die auf Transparenz baut und als moderne Dienstleistungsabteilung Anfragen und Sorgen der Mitarbeiter ernst nimmt, wolle sie für ein gutes Klima sorgen.

Der größte Brocken, mit dem Vitos Kurhessen schon bald konfrontiert werden könnte, sei die beabsichtigte Einführung der Fallpauschalen (DRGs) auch in die Psychiatrie. Damit würde es für die Kostenträger, also jeden einzelnen Patienten, im Schnitt weniger Geld von den Kassen geben. Für die Behandlungen würde das ab dem Jahr 2013 neue, niedrigere Entgelte bedeuten. Ihr Fazit: „Ich konnte als Betriebsrätin die Kosten nicht verändern. Und als Personalchefin kann ich das auch nicht.“

Quelle: HNA

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