Mensch kann sich theoretisch anstecken

Vogelgrippe: Bislang keine Fälle im Schwalm-Eder-Kreis

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Im Falle eines Fundes: Wird ein mit der Vogelgrippe-Virus bei einem Tier festgestellt, muss der Bereich, wo das Geflügel gefunden wurde, abgesperrt werden. Das Bild mit einem Schild an einem Laternenpfahl entstand im Berliner Bezirk Friedrichshain. 

Schwalm-Eder. Die Vogelgrippe verunsichert die Menschen im Schwalm-Eder-Kreis. Kürzlich wurde der Virus bei einer Graugans in Bickenbach (Kreis Darmstadt-Dieburg) festgestellt.

Das ist der fünfte Fall der Erkrankung in Hessen, nachdem zuvor Wildvögel und ein Pelikan im Opel-Zoo (Rhein-Main-Gebiet) an der Geflügelpest starben.

Auch im Landkreis gilt seit einiger Zeit die Stallpflicht für Geflügel, um eine mögliche Ansteckung zu verhindern. Dazu einige Fragen und Antworten:

Was ist die Vogelgrippe überhaupt?

Die Vogelgrippe ist eine Viruserkrankung, die direkt oder indirekt übertragen wird. Das heißt: Die Vögel können sich über den Kontakt zu infiziertem Geflügel oder über verunreinigte Rastgebiete anstecken. Menschen können den Kot infizierter Vögel an den Schuhsohlen in die Nähe anderer Geflügeltiere bringen und somit eine indirekte Ansteckung verursachen.

Wann war der erste Vogelgrippe-Fall in Deutschland?

Das hochansteckende Virus H5N8 wurde nach einem Fund in Südkorea im November 2014 in einem Putenbestand in Mecklenburg-Vorpommern erstmals in Europa nachgewiesen. Es verbreitete sich kurz danach in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern. Entwarnung gab es im Februar 2015. Ein Jahr später wurde das Virus Ende Oktober erneut in Europa nachgewiesen - doch dieses H5N8 unterscheidet sich von dem aus 2014. Seit dem wurde die Vogelgrippe-Variante in zwölf Bundesländern gemeldet.

Was ist das Gefährliche an der neuen H5N8-Variante?

Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) befällt der veränderte Erreger im Vergleich zu 2014 mehr Vogelarten. Auch starben bislang mehr Wildvögel. Der Erreger sei laut dem FLI mutiert, aber kein völlig neuer.

Kann ein Mensch an der Vogelgrippe erkranken?

Derzeit hat sich noch kein Mensch mit der Vogelgrippe infiziert. Auch sind keine Erkrankungsfälle von Hunden oder Katzen bekannt. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine Ansteckung über infizierte Lebensmittel denkbar, wenn auch unwahrscheinlich. Wer sicher gehen will, solle Geflügelfleisch von anderen Lebensmitteln getrennt lagern und es mindestens zwei Minuten garen (Kerntemperatur 70 Grad).

Gibt es Fälle der Vogelgrippe im Schwalm-Eder-Kreis?

Nein. Im Schwalm-Eder-Kreis wurde bislang kein infiziertes Tier festgestellt.

Und wenn ein infizierter Vogel gefunden wird?

Dann werden nach Angaben des Kreisveterinäramts in Homberg Sperr- und Beobachtungsgebiete (jeweils drei und zehn Kilometer rund um den Fundort) eingerichtet, in denen die bekannten Vogelhaltungen untersucht werden. Wird das infizierte Tier in einem Geflügelbetrieb gefunden, müssen alle Vögel getötet werden. Das Fleisch wird fachgerecht entsorgt.

Können sich Tauben, die Kontakt zu Wildvögeln haben, anstecken?

Bislang wurde keine Erkrankung von Tauben festgestellt, daher könne man laut dem Homberger Veterinäramt davon ausgehen, dass Tauben nicht an der Vogelgrippe erkranken. Anders als Hühner, Truthähne, Perlhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse unterliegen sie keiner Stallpflicht. Derzeit sind aber Tierschauen mit Tauben - wie auch anderen Vogelausstellungen - bundesweit verboten.

Wie lange gilt die Stallpflicht?

Die Stallpflicht gilt seit dem 21. November landesweit für rund 20 000 Geflügelhalter mit etwa 3,5 Millionen Tieren. Das Hessische Umweltministerium hatte die Stallpflicht nach dem Fund toter Wildvögel in Hessen angeordnet. Die Stallpflicht gilt laut dem Ministerium bis auf weiteres.

Wer kümmert sich um die Einhaltung der Stallpflicht?

Von Seiten der Kreisverwaltung des Schwalm-Eder-Kreises kümmern sich die Fachbereiche „Tierseuchenbekämpfung“ und „Gesundheit, Verbraucherschutz und Veterinärwesen“ um die Einhaltung der Stallpflicht. (mle/ dpa)

Quelle: HNA

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