Mit einem Stipendium von B. Braun verbrachte Hanna Peter (16) ein Jahr in Peru

Vogelspinnen an der Decke

Auf 2360 Höhenmetern: Hanna Peter (rechts) mit peruanischen Freundinnen in Machu Picchu, einer gut erhaltenen Ruinenstadt der Inka. Foto:  zsl

Melsungen. Ein ganzes Jahr im Ausland – für Hanna Peter wurde der Wunsch vieler junger Menschen Wirklichkeit. Elf Monate verbrachte die 16-jährige Schülerin aus Melsungen in einer Gastfamilie in Peru, ging dort zur Schule und machte dabei viele aufregende Erfahrungen. Möglich machte das ein Stipendium der B. Braun Melsungen AG, wo Hannas Mutter beschäftigt ist.

„Ich hatte keine Ahnung, was mich in Peru erwarten würde“, erinnert sich die junge Melsungerin. Ohne Spanischkenntnisse stieg sie im September 2009 ins Flugzeug. „Das war aber kein Problem, ich habe die Sprache sehr schnell gelernt.“ Am Anfang habe sie sich auch mit Englisch aushelfen können. „Meine Gastfamilie und überhaupt die meisten Menschen dort waren total aufgeschlossen und haben mich sofort eingebunden“, erzählt die 16-Jährige.

Angebot für dual Studierende

Die B. Braun Melsungen AG hatte der Schülerin das Auslandsjahr in Peru ermöglicht. Das Unternehmen bot Kindern von Mitarbeitern an, über die Austauschorganisation American Field Service (AFS) ein Jahr im Ausland zu verbringen und trug den Großteil der Kosten. „Wir haben uns dabei auf Länder konzentriert, die in der Reiseattraktivität nicht an erster Stelle stehen“, sagt Jürgen Sauerwald, Leiter der Personal- und Managemententwicklung von B. Braun. Dabei sei das Ziel nicht nur der kulturelle Austausch gewesen. „Natürlich hatten wir auch die Intention, Kontakte zu Ländern herzustellen, in denen wir noch nicht so stark vertreten sind“, sagt Sauerwald über das Stipendium.

Mittlerweile sei der Teilnehmerkreis abgewandelt worden: Das Programm komme nun jenen jungen Menschen zugute, die bei dem Unternehmen ein duales Studium absolvieren.

Mit ihrer Gastfamilie lebte Hanna Peter in Iquitos, der größten Stadt in Perus tropischem Regenwald. Die 400 000-Einwohner-Stadt ist nur per Flugzeug oder mit dem Boot über den Amazonas zu erreichen. „Es war natürlich eine Umstellung, so abgelegen zu leben und nur selten warmes Wasser zu haben“, sagt Hanna Peter und lacht.

Und auch die sie umgebende Tierwelt sei zunächst gewöhnungsbedürftig gewesen: „An einem Abend hing auf einmal eine riesige Vogelspinne an der Decke im Flur“, erinnert sich die 16-Jährige.

Später habe sie sich aber an den Kontakt mit exotischen Tieren gewöhnt – etwa beim Streicheln von Faultierbabys oder beim Piranha-Angeln am Titicacasee. „Es war einfach toll, eine völlig andere Kultur so hautnah zu erleben“, sagt sie.

Von Till Slawik

Quelle: HNA

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