Drama bei Rosenmontagsumzug

Amokfahrt in Volkmarsen - Bürgermeister aus Breuna: „Man probiert zu helfen, wo es geht“

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Unglücksort in Volkmarsen: Eine 67-Jährige aus Breuna, die nahe des Rewe-Marktes (Mitte) stand, zählt zu den Schwerverletzten. Breunas Bürgermeister Jens Wiegand gehörte zu den Ersthelfern.

Diesen Rosenmontag wird Breunas Bürgermeister Jens Wiegand nicht vergessen. Er erlebte das Drama in Volkmarsen, als Maurice P. mit seinem Auto in die Zuschauermenge fuhr, aus nächster Nähe.

  • Breunas Bürgermeister erlebt Amokfahrt in Volkmarsen hautnah mit
  • Erinnerungen an schlimme Szenen beim Rosenmontagsumzug
  • Auch seine Tante aus Breuna ist unter den Verletzten

Die Ecke vor der Burg-Apotheke ist bei den Breunaern, die jährlich ins benachbarte Volkmarsen fahren, um den Rosenmontagsumzug anzusehen, äußerst beliebt, sagt Wiegand. Hier trifft man sich und hier sieht man sich das bunte Spektakel gemeinsam an. So auch am Montag.

Wiegand steht mit seiner Frau und mit Bekannten auf der Straßenseite, wo sich die Apotheke befindet – vor der Friedhofsmauer. Seine Tante, ebenfalls aus Breuna, hat die gegenüberliegende Straßenseite gewählt. Sie steht etwa auf Höhe des Rewe-Marktes. Man blickt in Richtung Innenstadt, von dort kommt der Zug.

Drama in Volkmarsen: Bürgermeister aus Breuna berichtet

Aus der entgegengesetzten Richtung rast urplötzlich der silberne Mercedes von Maurice P. heran und direkt in die Zuschauer an der Steinstraße. „Ich habe ihn noch zehn bis fünfzehn Meter fahren sehen“, erinnert sich Wiegand. Es sind schlimme Szenen, die sich einbrennen: Ein Kind auf der Motorhaube, ein weiteren, das zur Seite stürzt, ein drittes, das unter das Auto gerät. 

Jens Wiegand

Wiegands erste Reaktion: Er ruft die 112 an und ist vermutlich auch derjenige, der die Rettungsmaschinerie in Gang setzt, denn: „Der Mann von der Leitstelle wusste noch von nichts.“ Über die genaue Zahl der Verletzten und die Schwere der Verletzungen könne er nichts sagen, habe er dem Mann zugerufen und den Satz: „Schicken Sie alles, was sie haben.“

Volkmarsen: Auto rast bei Karneval in Menge - „Man probiert zu helfen, wo es geht.“

Sofort kümmern sich Ersthelfer aus den Reihen der Zuschauer um die Verletzten. Man hebt schnell das Auto an, um das Kind unter dem Motorblock herauszuholen. Der Apotheker, sagt Wiegand, habe seine Erste-Hilfe-Packs herausgebracht. Und auch Wiegand und seine Frau kümmern sich um Verletzte. Der Breunaer Bürgermeister: „Man probiert zu helfen, wo es geht.“

Irgendwann rücken die Rettungskräfte an und übernehmen die Versorgung der Verletzten. Jetzt erst wird auch für Jens Wiegand das Ausmaß des Unglücks deutlich. „Es war heftig.“ Er eilt zu seiner Tante. Sie hat schwere Verletzungen am Kopf erlitten. Die 67-Jährige ist laut Jens Wiegand die einzige Verletzte aus der Breunaer Gruppe. Man macht sich ernsthafte Sorgen um die Tante, die nach der Erstversorgung in eine Kasseler Klinik gebracht wird.

Am Tag danach sagt Wiegand über das Erlebte: „Da bleibt was hängen.“ Dazu gehört für ihn auch die Erkenntnis, dass solche Vorfälle überall passieren können.  

Die Polizei geht mittlerweile von einer Amokfahrt in Volkmarsen aus. Die Polizei kämpft nach der Amokfahrt beim Karneval in Volkmarsen gegen Falschnachrichten.

Nach der Amokfahrt in Volkmarsen meldet sich ein Sicherheitsberater zu Wort. Er sagt: "Eine freie Gesellschaft braucht Schutz".

Quelle: HNA

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