Der Gesangverein Haldorf feierte seinen 110. Geburtstag im Dorfgemeinschaftshaus

Volksweise trifft Oldie

Die Haldörfer Sänger feierten sich im bunt geschmückten Dorfgemeinschaftshaus: Neben dem eigenen Chor (siehe Bild) traten auch befreundete Chöre auf. Fotos: Zerhau

Haldorf. Es war ein rauschendes Jubiläumsfest, und gleichzeitig klangen Zeichen für die Zukunft an: Der Gesangverein Haldorf feierte seinen 110. Geburtstag. Dazu hatte er sich die befreundeten Chöre aus Grifte, Besse, Freudenthal und Wollrode eingeladen. Im Wechsel unterhielten sie die über 250 Gäste im Saal und präsentierten eine bunte und fröhliche Palette aus der Welt der Musik.

Neben dem Geburtstags-chor, dem Gesangverein Haldorf unter der Leitung von Angelika Hoffmann, waren die Männer und Frauen des 2003 gegründeten Chores Klangfarben mit dabei.

Musikalischer Bogen

Eigens für den 110. Geburtstag hatten sie einen Festchor gegründet, der aus Mitgliedern des traditionellen Gesangvereins, der Klangfarben sowie aus Haldorfer Bürgern besteht und seit September des vergangenen Jahres probte.

Neben den klassischen Liedern wie der Volksweise „Die Gedanken sind frei“ von Waldemar von Baußern, vorgetragen vom Grifter Chor, spannte sich der musikalische Bogen über Filmmusik wie den Soundtrack aus Sister Act „I will follow you“. Der Chor Klangfarben trug Hitoldies vor wie „Circle of Life“ von Elton John, den der Projektchor Haldorf intonierte.

Ein Problem in den allermeisten Chören sei die Altersstruktur der Sänger, sagte Corinna Wollitzer. Das war auch beim musikalischen Abend zum 110. Geburtstag sichtbar. Das Durchschnittsalter beträgt beim Gesangverein Haldorf 70 Jahre. Beim Chor Klangfarben sind die Mitglieder im Durchschnitt 40 Jahre alt.

Tradition und Moderne

Viele Chöre setzen auf modernere Lieder, um jüngere Menschen fürs Singen zu gewinnen.

Der Chor aus Grifte trug den Beatles-Song „With a little help from my friend“ oder den Ray-Charles-Klassiker „Hit the road, Jack“ und bewies, dass diese Mischung bewegt. Dennoch wollten sie nicht auf die Klassiker des Chorgesangs verzichten. Beides müsse zusammen gehen, sagte Wollitzer.

Sie hofft, das dies ein Weg ist, um jüngere Leute für den Chorgesang zu gewinnen, so Wollitzer. Voraussetzung sei es einen gemeinsamen Weg zu finden und Kompromisse zu schließen.

Dann habe auch der Chorgesang der Vereine, der seit Generationen zu den Kulturträgern in den Dörfern gehört, eine Zukunft.

Von Peter Zerhau

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare