Viele Fahrgäste nutzen morgens die Regiotram-Strecke von Wolfhagen nach Kassel

Volle Züge in der Frühe

Platz für viele Fahrgäste und dennoch voll: Die Regiotram von Wolfhagen nach Kassel fährt am frühen Morgen mit drei Waggons, die sich am Kasseler Hauptbahnhof trennen und verschiedene Ziele anfahren. Ein Zugteil fährt zurück nach Wolfhagen. Foto: Rasch/nh

Wolfhagen. Es ist noch dunkel in Wolfhagen, als die letzten Fahrgäste am frühen Morgen in die Regiotram nach Kassel einsteigen. Pünktlich um 6.36 Uhr fährt die RT4 los, die insgesamt drei Waggons sind noch spärlich gefüllt.

Doch das ändert sich schnell: Denn man erblickt fast ausschließlich volle Bahnsteige, wenn man an den Haltestellen aus dem Fenster schaut. Die Regiotram ist zu dieser frühen Zeit beliebt, vor allem Schüler steigen zu. So auch der 19-jährige Wolfhager, der zwei- bis dreimal in der Woche mit der RT4 zur Berufsschule in Kassel fährt: „Ich fahre schon seit 2008 mit der Tram und nehme immer den Zug um halb sieben. In der Regel ist sie auch pünktlich, was gut ist. Aber es wird meistens sehr voll, vor allem ab Weimar.“

Und mit dieser Einschätzung liegt der Auszubildende an diesem Morgen mehr als richtig: Schon in Zierenberg ist klar, wieso zu dieser Fahrtzeit drei Zugteile nötig sind: Der Zug ist gut gefüllt und es wird besonders wegen der vielen Schüler lebhaft. Ab dem Bahnhof in Ahnatal-Weimar ist es dann fast schon ein Kunststück, wenn ein Zugestiegener noch einen Sitzplatz findet. Ein Großteil der Fahrgäste steht nun eng gedrängt im Türbereich. Vor allem die vielen Schülern scheinen dies gewohnt zu sein: Einige schweigen, andere unterhalten sich, manche schlafen oder versuchen es zumindest.

Züge morgens sehr beliebt

Das Platzproblem taucht auch immer wieder auf, wenn man Fahrgäste nach ihrer Meinung zur Regiotram fragt. Grundsätzlich sind die meisten sehr zufrieden mit den Zügen, allerdings wird es als problematisch angesehen, dass viele stehen müssen. „Ich steige zum Glück relativ früh ein und kriege daher immer einen Sitzplatz“, sagt eine 46-jährige Niederelsungerin, die in Oberelsungen zusteigt und bis in die Innenstadt fährt. Sie sieht die Tram als nützliche Alternative, da sie derzeit mit dem Zug fährt, solange sie kein Auto zur Verfügung hat.

„Oft ist es sehr stickig. Und manchmal verspätet sich der Zug“, sagt Josua Lange, 15, aus Heckershausen, der schon seit drei Jahren die Regiotram nutzt, um zur Schule und zurück zu kommen. Weiterer Kritikpunkt, den eine 54-Jährige aus Zierenberg angibt: „Es fehlen Toiletten, und an manchen Tagen ist es sehr dreckig in den Zügen.“

Direkt in die Innenstadt

Nach einer knappen Stunde Fahrt durch das Umland kommt die Regiotram in Kassel an und taucht am Hauptbahnhof erst in den Tunnel ab und dann in die Innenstadt ein, die zu dieser Uhrzeit allerdings noch etwas verschlafen wirkt. Und so schnell sie sich vorher füllte, so schnell leert sich die Regiotram bis zur Haltestelle Am Stern auch. Ehe man sich versieht, ist man wieder im Hauptbahnhof, von wo es zurück nach Wolfhagen geht. Nun genügt allerdings ein Waggon. TEXT UNTEN

Von Alexander Rasch

Quelle: HNA

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