Drei Komiker präsentierten United Nonsens im Wolfhager Kulturladen

Voller Elan und Esprit

Runde Sache: Eine Kugel als Ballonkunst zu verkaufen, das gelingt nur Hacki Ginda. Foto:  zhf

Wolfhagen. In Zeiten, wo selbsternannte Spaßvögel auf der verzweifelten Jagd nach Quote selbst in einstigen Flaggschiffen der deutschen Fernsehlandschaft ihre Berechtigung gefunden haben, kann Comedy ganz schön nerven. Wohin man auch zappt, überall springen einem die Cindys aus Marzahn, Michael Mittermeiers und wie sie nicht alle heißen mit flachen Gags und plumpen Pointen entgegen.

Dass es auch anders geht, nämlich mit Feinsinn und ungekünstelter Leichtigkeit, das erlebte das Publikum im Wolfhager Kulturladen, wo erstmals das Programm „Uno - United Nonsens“ des Kasseler Komedy Klubs alte Hasen des einstigen Nischengenres auf die Bühne brachte.

Erfolgsformel

Die Erfolgsformel von Frontmann und Moderator Brian O’Gott ist einfach: Drei Komiker, zweimal 45 Minuten und ein Gastgeber im quietschgelben Anzug, der vor Elan und Esprit sprüht und bei der Auswahl seiner Gast-Künstler nicht nur auf Gag-Quote zu achten scheint. Hier sind wahre Könner am Werk, die richtig was auf dem Kasten haben. Hacki Ginda etwa, der Mann, dem das Unfassbare gelingt, durch ein paar in die Luft geworfene Konfetti-Schnipsel sein Publikum zum Rasen zu bringen.

Mit pikantem, darstellerischen Minimalismus gilt er als Seebär unter den Komödianten und ist nicht umsonst mit der „Goldenen Nase von Barcelona“ ausgezeichnet worden.

Artistischen Anspruch bringt Martin Mall in die Show, der sein Cello weniger zum Musizieren nutzt. Während seines Vortrags erscheint plötzlich ein Ball, der den Bogen herunterläuft. So beginnt eine „Cellovation“, in deren Verlauf unterschiedlich große Bälle auf verschiedenste Art und Weise manipuliert und jongliert werden. Ein wahrer Augenschmaus, der dank Moderator Brian O’Gott eine ungeahnt komische Note erhält.

Und da eine Comedy-Show heutzutage ohne den klassischen Stand-Up-Comedian kaum mehr auskommt, hat O’Gott mit Michael Schönen einen ebensolchen verpflichtet. Der Wortakrobat, dessen Winterspeck sich auf wundersame Weise in eine Frühlingsrolle verwandelt hat, ist nach eigenen Angaben „Dick und Doof in einer Person“.

Sprachdompteur

Doch er ist noch viel mehr als das, nämlich sympathischer Sprachdompteur, der beweist, dass Gereimtes keineswegs out ist und Humor auch intelligent und komisch sein kann. Gespickt mit der Musik von Special Guest Stolle ein rundes Programm, das bei zwei Folgeterminen am 2. April und 7. Mai ein volles Haus verdient hat.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare