Mendelssohn Bartholdy

Kantatengottesdienst: Volles Haus in Stadtkirche

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Musikalisches Miteinander: Die Weihnachtskantate „Vom Himmel hoch“ trugen der Kammerorchester der Jungen Marburger Philharmonie, Bläsern und der Projektkantorei des Kirchenkreises Ziegenhain unter der Leitung von Kantor Jens Koch vor.

Treysa. Nicht nur das Weihnachtsfest selbst, auch die passende Musik vermag es, Gotteshäuser zu füllen: Am Sonntagabend strömten 500 Menschen in die Treysa Stadtkirche, um der Weihnachtskantate „Vom Himmel hoch“ von Felix Mendelssohn Bartholdy zu lauschen.

Die Organisatoren – der Kirchenkreis Ziegenhain und die Evangelische Kirchengemeinde Franz von Roques – waren schier überwältigt.

Umso schöner klang das gemeinsame Lied zur Einstimmung: „Tochter Zion“. Gestaltet wurde der Kantatengottesdienst von Marion Clausen (Sopran), Hartmut Raatz (Bariton), dem Kammerorchester der Jungen Marburger Philharmonie, Bläsern und der Projektkantorei des Kirchenkreises Ziegenhain unter der Leitung von Kantor Jens Koch. Pfarrer Dieter Schindelmann übernahm Predigt und Liturgie.

Mendelssohn Bartholdys Weihnachtskantate stammt aus dem Jahr 1831, das sechsteilige Werk bestach durch fulminante Chor- und Orchestersätze. Die Sänger, aufgeteilt in fünf Stimmen, intonierten kraftvoll, aber stets mit dem richtigen Maß: Das war auch Kochs Präsenz zu verdanken, der die Musiker perfekt lenkte. Im klassisch besetzten Orchester mit Klarinetten und Hörnern setzten vor allem die Violinen und die Bläser wunderbare Akzente.

Der Kantate zugrunde liegen insgesamt acht Strophen des Weihnachtsliedes von Luther 1535 gedichtetem und 1539 komponierten Choral. Opulenz verliehen dem Werk der prachtvoll angelegte Eingangs- und Schlusschor, in dem Musiker und Sänger nahezu verschmolzen.

Im Eingangschor fand sich die erste und zweite Strophe wieder, die sich inhaltlich vermischten. Kontrastreiche Gestaltungselement der Kantate waren die Soli: Während die erste Arie des Baritons mit einem schlichten Satz beeindruckte, sorgte die weiche und gefühlsbetonte Arie des Soprans wieder für Farbe.

An den Chorsatz schloss sich ein kurzes und erzählendes Arioso des Baritons an. Der Text leitete gekonnt in den kraftvollen Tenor des Schlusschores „Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron“ über.

Das fulminante Ende schuf Mendelssohn Bartholdy, indem die anfängliche Einstimmigkeit einem polyphonen Satz wich. Und so entfaltete sich im Schiff der Stadtkirche eine prachtvolle Fünfstimmigkeit.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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