Besse und Kasseler Firma Netcom kooperieren – Glasfaserlösung für Einwohner

Besse und Kasseler Firma Netcom kooperieren beim schnellen Internet

Übergabe: Im unscheinbaren grauen Kasten kommen die Glasfaserkabel an. Magnus Kath, Servicetechniker der Netcom, testet die Leitung mit Bürgermeister Karl-Heinz Färber und Netcom-Geschäftsführer Frank Richter. Foto: Dewert

Schwalm-Eder. Besse ist die längste Zeit das Tal der Langsamen im Landkreis gewesen: In spätestens zwei Wochen wird im Edermünder Ortsteil superschnelles Internet zur Verfügung stehen. Mit bis zu 50 Mbit/s können die Nutzer im World-Wide-Web surfen.

Mit so einer Geschwindigkeit sind sogar mehrere, parallel laufende TV-Programme in höchster Auflösung (High Definition, kurz HD) in einem Haushalt zu sehen.

Möglich gemacht hat dies die Gemeinde in Kooperation mit der Kasseler Firma Netcom. „Wir waren völlig unterversorgt“, sagt Bürgermeister Karl-Heinz Färber. Mehr als 90 Prozent der 1500 Haushalte verfügten über keine Internetverbindung oder erreichten nicht die Geschwindigkeit, die in der Grundversorgung (1 Mbit/sek.) festgelegt ist.

Schnell, schneller, Besse

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Aber die Gemeinde und Netcom wollen noch mehr: „Wir stellen uns vor, dass in Besse jeder Haushalt in einem neu auszuweisenden Baugebiet eine Glasfaseranbindung (Lichtwellenleiter) bis zum Hausanschluss bekommt“, sagt Frank Richter, Geschäftsführer der Netcom. Damit sei theoretisch eine fast unbegrenzte Bandbreite verfügbar. Für Privathaushalte eine Seltenheit in Deutschland. Bisher führten in die Haushalte meist noch die Kupferleitungen der Telekom. Diese bremsten die Bandbreite aber auf den letzten Metern deutlich aus.

Eventuell finde man sogar eine Lösung, die Kupferleitungen auch für bestehende Haushalte überflüssig zu machen.

Wettbewerbsfähig bleiben

Die Netcom hat jetzt den gesamten Ort Besse an eine ihrer Glasfaserferntrassen angeschlossen. 70 000 Euro hat die Gemeinde dafür als Anschubfinanzierung bereitgestellt. „Das Geld erhalten wir zurück, wenn in den kommenden Jahren genügend Haushalte einen Anschluss bei der Netcom anmelden“, sagt Färber.

Bis zum Ende des kommenden Jahres gibt es 50 000 Euro zurück, wenn 810 der 1500 Haushalte dies tun. 300 seien es bereits, sagt Ulf Körschner, Vertriebsleiter der Netcom. Eine gute Zahl. Er sei optimistisch, dass die Vereinbarung mit der Stadt erfüllt werde. Sollten in den Folgemonaten weitere 100 Haushalte einen Vertrag abschließen, flößen auch die restlichen 20 000 Euro an die Gemeinde.

„Nur mit diesen Internetgeschwindigkeiten ist man als Kommune noch wettbewerbsfähig. Gerade auch was die Vermarktung von Gewerbegebieten angeht“, sagt Karl-Heinz Färber.

Eine ähnliche Lösung hat die Netcom bereits in der Gemeinde Körle realisiert und ist mit der Stadt Melsungen in Gesprächen.

Ein schnelleres Internet ist derzeit im Landkreis flächendeckend nicht verfügbar.

Quelle: HNA

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