Volltrunken: Konstante Zahlen bei „Rauschtrinkern“ im Altkreis

Große Gefahr: Sind Jugendliche in der Gruppe, trinken sie oftmals unkontrolliert. Foto: dpa

Wolfhager Land. Während die AOK Hessen in ihrer neuesten Statistik zum Thema Jugendliche und Alkohol zu dem Ergebnis kommt, dass es landesweit mehr Rauschtrinker im Jugendalter gibt, hält sich das Niveau im Wolfhager Land „auf stabilem Niveau“.

Das sagt Harald Kühlborn, Pressesprecher des Landkreises Kassel.

„Im Jahr 2012 wurden im Landkreis Kassel 42 Jugendliche mit neurologischen Störungen, also bewusstlos, in Krankenhäuser eingeliefert. Davon waren insgesamt neun aus Altkreis Wolfhagen.“ Allerdings bedeute dies nicht, dass es sich dabei immer um Alkohol- oder Drogenmissbrauch gehandelt habe, so Kühlborn. Diese Störungen können auch andere Ursachen gehabt haben.

Für 2011 wurden im Landkreis 38 stationären Aufnahmen registriert. Für Wolfhagen schätzt Kühlborn eine ähnliche Zahl wie im Jahr zuvor. Das heißt: Es gibt immer noch Jugendliche, die in dieser Hinsicht über die Stränge schlagen, jedoch sind die Zahlen konstant. Ein Anstieg ist jedoch nicht zu verzeichnen.

Ursache Gruppendynamik

Der stärkste Grund für Alkoholmissbrauch liege nach wie vor in der Dynamik von Kindern und Jugendlichen, die sich zu Gruppen zusammenschließen. Abgenommen hat laut Kühlborn das Motiv, sich berauschen zu wollen. „Natürlich wäre es am besten, wenn Jugendliche überhaupt keinen Alkohol trinken würden. Aber diesen Zustand wird man nie erreichen“, erläutert der Landkreis-Sprecher. Daher sei es enorm wichtig, präventiv zu arbeiten.

„Die Menschen im Umfeld, also zum Beispiel Eltern, Menschen im Sportverein, auch Politiker in der Gemeinde, müssen gute Vorbilder sein. Sie sollten versuchen, den Jugendlichen zu helfen, ihre Grenzen kennenzulernen, um einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol zu erlernen“, sagt Kühlborn.

Diesen Ansatz verfolgt die Initiative HALT - kurz für Hart am Limit, die seit 2011 auch im Landkreis Kassel läuft.

Quelle: HNA

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