Schwalmstadt: Vollversammlung der Sicherungsverwahrten

Schwalmstadt. Die künftige Ausgestaltung der Abteilung Sicherungsverwahrung war Thema eines Treffens von Straftätern und Anstaltsleitung in der Ziegenhainer Justizvollzugsanstalt. Nach Informationen der HNA fand gestern gegen 15.30 Uhr eine Vollversammlung der Sicherungsverwahrten im Gefängnisgebäude statt.

Thema des Plenums hinter Schloss und Riegel waren mögliche Verbesserungen der Haftbedingungen. Erst kürzlich hatten die Sicherungsverwahrten im Zusammenhang mit Protestaktionen wegen der Todesumstände eines am 22. Mai gestorbenen Mithäftlings Forderungen gestellt. Nach Angaben des Justizministeriums wurden den Sicherungsverwahrten Pläne für eine mögliche Gestaltung ihrer künftigen Lebensumstände vorgestellt. Sie basieren auf den Forderungen des jüngsten Karlsruher Urteils.

 Anstaltsleiter Jörg Bachmann legt Wert auf die Feststellung, dass die Veranstaltung ein ganz normaler Vorgang im Umgang mit den Sicherungsverwahrten gewesen sei und nicht das Ergebnis einer Drucksituation. Teilweise deckt sich das Angebot der Anstaltsleitung mit dem Forderungskatalog der Sicherungsverwahrten. Laut Justizministerium sind Schwerpunkte der Empfehlungen der Anstaltsleitung Resozialisierungsangebote, insbesondere Therapie- und Arbeitsmöglichkeiten.

Unter anderem sollen die Sicherungsverwahrten sich künftig in eigener Küche selbst verpflegen. Auf dem Programm stehen neben Koch- auch Sprach- und Computerkurse. Auch das Sportangebot soll deutlich verbessert werden. Diskutiert wurde außerdem über erweiterte Aufschlusszeiten und vermehrte Ausflüge außerhalb der Gefängnismauern. „Sicherheitsfragen bleiben allerdings unberührt“, erklärte der Pressesprecher des Justizministeriums.

 Auszüge aus der Tagesordnung

- Besondere Behandlungsmaßnahmen(spezifische Einzel- und Gruppenmaßnahmen; Schwerpunkt: der Kriminaltherapeutische Behandlungsschwerpunkt soll auf deliktspezifische und deliktunspezifische Gruppenangebote gelegt werden)

- Vermittlung sozialpraktischer Fähigkeiten durch ein von der Sozialtherapeutischen Anstalt zur Verfügung gestelltes ambulantes Angebot

- Zusätzliche therapeutische Sporteinheiten

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- Selbstverpflegung (Kochkurs, Auszahlung des eingesparten Verpflegungssatzes)

- Schulische und berufliche Bildungsmaßnahmen (Sprache- und PC-Kurse) - Bewerbungstraining

- Auszahlung von Geld (Gebührenerlass, Strompauschale etc.)

- Verlängerte Aufschlusszeiten

- Stellenkontingent für erweiterten Kontrollaufwand

- Vermehrte Ausführungen

- Supervisionen

- Schaffung einer weiteren Sozialarbeiterstelle

- Schaffung einer weiteren Psychologenstelle

- Behindertengerechte Ausgestaltung von Hafträumen

- Einrichtung eines für therapeutische Angebote zur Verfügung stehenden multifunktionalen Raumes

- Modernisierung der derzeitigen Zimmerausstattung (ehemals Hafträume).

Von Sylke Grede

Weitere Informationen zur JVA Schwalmstadt gibt es in unserem Regiowiki.

Quelle: HNA

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