Wilhelm-Filchner-Schule

Von Dauerwellen und Affentänzen: Ehemaligentag in Wolfhagen

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Haben sich auf einem alten Klassenfoto beim Ehemaligentreffen wiederentdeckt: Hilmar Bergmann und Jutta Wandrey.

Wolfhagen. In Erinnerung schwelgten rund 1000 frühere Schüler der Wilhelm-Filchner-Schule in Wolfhagen, als diese am Samstag beim Ehemaligentag aufeinander trafen. 

Sie kann sich vor Lachen gar nicht wieder einkriegen. „Schaut mal, diese Dauerwelle“, ruft Anette Mäder ihren Freundinnen zu und zeigt auf das alte Klassenfoto aus dem Jahr 1988, auf dem sie mit ihren einstigen Klassenkameradinnen zu sehen ist. Auch Ute Moldenhauer und Kerstin Nordmeier müssen schmunzeln, denken aber gern zurück an ihre gemeinsame Zeit an der Wilhelm-Filchner-Schule, die in diesem Jahr ihr 60-jähriges Bestehen feiert und am Samstag an die 1000 Ehemalige zum kollektiven Erinnern angelockt hat.

Hilmar Bergmann hat sich ebenfalls mit alten Freunden unter die Besucherschar gemischt, begutachtet akribisch ein Schwarz-Weiß-Bild der Jubiläumsausstellung und ist voller Freude, als er sich selbst entdeckt. „Da haben wir uns mit Papierröcken und Zylindern verkleidet, sind durch die Stadt gezogen, auf den Bürgersteig ein Bein hoch, ein Bein runter, und haben gesungen.“ Einfach nur glücklich seien sie gewesen, endlich ihre Zeugnisse in Händen zu halten, erinnert sich auch Jutta Wandrey an den Tag vor 57 Jahren. „Wir haben auf Teufel komm raus Rock’n’Roll getanzt, das weiß ich noch gut, für Rektor Retzer waren das Affentänze“, berichtet die 73-Jährige lachend und zieht ein kleines Fotoalbum aus ihrer Handtasche, das schnell das Interesse ihrer einstigen Schulfreundinnen Marianne Winzig und Brigitte Nordmeyer weckt. Gemeinsam schwelgen sie in Erinnerungen, während sie die alten Fotografien anschauen, die sie beispielsweise auf Klassenfahrt in Wien zeigen, im Stadtpark, am Prater oder im Burgtheater. „Solche Reisen waren damals keineswegs selbstverständlich, wir haben zwei Jahre lang angespart und darüber Buch geführt, jede Woche zwei Mark, das Heftchen habe ich heute noch“, sagt Winzig.

Denkt gern zurück an ihre Zeit an der Wilhelm-Filchner-Schule: Marianne Winzig.

Die alten Geschichten überschlagen sich, eine Anekdote reiht sich an die andere. Dass auch der ein oder andere Schülerstreich nicht fehlt, dafür sorgt Rainer Erythropel. Der Jahrgangsälteste weiß noch genau, wie er einst den Schulalltag ordentlich aufgemischt hat. „Mir hatten es Waffen immer sehr angetan, und in einer Geografiestunde habe ich versucht, den Zünder einer Patrone mit einem Zirkel herauszubekommen, was allerdings ordentlich daneben gegangen ist und zu einer riesigen Explosion geführt hat“, berichtet der heute 75-Jährige. „Es gab einen heftigen Knall, der Lehrer war sowas von aufgeregt, und ich habe mir eine Ohrfeige abgeholt.“ Daran kann sich auch Marianne Winzig gut erinnern: „Du Schweineigel, du Schweinehirte“, habe der Lehrer immerfort geschrien. „Worte, die ich vorher noch nie gehört hatte.“ Ihre Zeit an der Wilhelm-Filchner-Schule, anfangs noch „oben am Rathaus“, später in den Baracken unweit des heutigen Standortes, will die 73-Jährige nicht missen. „Ja, es war sehr schön“, sagt Winzig und spricht damit all den anderen Besuchern des Ehemaligentages sicher aus dem Herzen.

Quelle: HNA

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