Hessenkrug in Viesebeck

Von der Kneipe zum Bürgertreff: Dorfbewohner werden für Kraftakt belohnt

Zum Abschluss wird das Schild montiert: (Von links) Michael Joost vom Bauamt der Stadt Wolfhagen, Erich Herbold (stellvertretender Ortsvorsteher), Bürgermeister Reinhard Schaake, Ralf Pickenhahn, Architekt Christoph Kiefer und Ortsvorsteher Thomas Tichatschek. Fotos:  Norbert Müller

Viesebeck. Sonntag, 12. November, ist ein großer Tag für die Einwohner des Wolfhager Stadtteils Viesebeck. Um 14.30 Uhr wird ihr neuer Bürgertreff  offiziell eingeweiht.

Viesebeck. Der Stolz auf das Geleistete und die Freude darüber, dass das Projekt nun abgeschlossen ist, war den Vertretern der Viesebecker Bürgerschaft, der Wolfhager Stadtverwaltung und dem Planer deutlich anzumerken. Drei Jahre nachdem mit einer Machbarkeitsstudie der Grundstein für den Umbau der früheren Gaststätte Hessenkrug in Viesebeck gelegt wurde, kann die Fertigstellung gefeiert werden.

Das soll am Sonntag, 12. November,  im neuen Bürgertreff über die Bühne gehen. Zur Einweihung wird es, spendiert vom Architekturbüro Puy und Müntinga, Freibier geben, die Feuerwehrfrauen werden Kaffee und Kuchen anbieten, außerdem werden Bilder vom Umbau gezeigt.

Die Arbeiten begannen im Mai 2016. Sie beschränkten sich auf das untere Geschoss. Das Obergeschoss, in dem sich einst die Pächterwohnung und Fremdenzimmer befanden, wurde stillgelegt. Entstanden ist ein Veranstaltungsort nicht nur für die 320 Einwohner Viesebecks. Der einstige Kneipenbereich wurde zu einem Veranstaltungsraum für 40 bis 50 Gäste gestaltet, wieder mit einer kleinen Theke. Platz für gut 150 Leute – wenn Tische und Stühle gestellt sind – bietet der große Saal. Hier steht auch eine mobile Bühne zur Verfügung. Eine Teeküche wurde eingerichtet und ein Sitzungsraum, in dem beispielsweise der Ortsbeirat tagen kann. Beheizt wird das Ganze mit einer neuen Pelletanlage.

„Unser Ziel war, die Räume so umzubauen, dass hier drei Veranstaltungen parallel laufen können“, sagte Architekt Christoph Kiefer. Wenn man die Kegelbahn noch dazunehme, seien es gar vier Gruppen, die das Haus nutzen können, ohne sich zu stören.

Alle Bereiche sind barrierefrei zu erreichen. Dazu wurde ein Treppenlift installiert, an der Außenseite des Hauses zudem eine Rampe. Rund 350 000 Euro hat der Umbau gekostet, mit 200 000 Euro wurde er aus dem europäischen Leader-Programm gefördert. Gut 90 000 Euro sind durch die enormen Eigenleistungen der Viesebecker eingespart worden, eine Leistung, über die sich Ortsvorsteher Thomas Tichatschek und Ralf Pickenhahn, der örtliche Projektleiter, besonders stolz zeigten. Dazu galt es, zu Beginn erst mal Klinken zu putzen, um im Dorf eine leistungsfähige Helfertruppe zu rekrutieren.

Der Bürgertreff wird künftig für Veranstaltung der Dorfgemeinschaft aber auch von Leuten von außerhalb zur Verfügung stehen. Zuständig für das Haus mit Kegelbahn, für Bewirtschaftung, Vermietung und kleinere Reparaturen wird ein Förderverein sein, der aktuell 42 Mitglieder hat. Damit soll der Hessenkrug zum Beispiel werden. „Wir als Stadt entlasten uns und verlagern auf die Ortsgemeinschaft“, sagte Bürgermeister Reinhard Schaake zur Strategie. „Das wird in Zukunft der Weg sein und Vorbild für ähnliche Projekte der Stadt.“

Michael Joost, im Rathaus Abteilungsleiter für Energie und Stadtentwicklung, betonte, dass solche Projekte „ohne den Unterbau der Bürgerschaft“, ohne die Bereitschaft, ein solches Projekt mitzutragen, nicht mehr möglich sei. Joost: „Die Kraft muss aus der Bürgerschaft kommen, nicht aus dem Rathaus.“

Quelle: HNA

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