Während Bienen in ihren Beuten summen, haben Imker auch im Winter viel zu tun

Von wegen Winterschlaf: Im Winter haben Imker gut zu tun

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Imker Richard Trutti zeigt eine seiner Bienenbeuten. 

Es gibt zahlreiche Berufe die wetterabhängig sind. Wir haben einen Wolfhager Imker besucht: 

Eine weiße Schneedecke legt sich über das Wolfhager Land und die Temperaturen liegen unter dem Nullpunkt. Igel, Murmeltier und der Siebenschläfer schlummern tief in ihrem Winterschlaf. „Nicht aber die Bienen“, sagt Imker Richard Trutti. Trotz der milden Temperaturen hat Imker Richard Trutti einiges zu tun. 

Mehrmals wöchentlich fährt der 80-Jährige in ein kleines Waldgebiet bei Wolfhagen, um nach seinen Bienen zu sehen. „Die Bienen schlafen nicht“, erklärt Trutti und hebt die Haube solch einer Behausung, der sogenannten Bienenbeute, hoch. 20 000 Bienen schwirren zur Winterzeit in einer seiner Beuten. „Dabei bilden sie eine dichte Traube, um sich zu wärmen. In der Mitte sitzt natürlich die Königin“, erklärt er. Im Außenbereich der Traube halten sie etwa zehn Grad Celsius, im inneren sind es mindestens 30 Grad, sagt Trutti. „Die Bienen frieren nicht, sie kommen mit den Temperaturen gut zurecht. Die außen sitzenden Bienen ziehen langsam nach innen, wärmen sich und die inneren Bienen übernehmen die wärmende Tätigkeit am Rand“, fügt er hinzu. 

Eine Bienenbeute im Winter: Die Bienen bilden eine Traube, um sich zu wärmen. In der Mitte sitzt die Königin. 

Trotzdem kostet es den erfahrenen Imker Mühe, die Tiere gut über den Winter zu bringen. Denn anders als im Sommer haben Bienen im Winter eine Lebenszeit von sechs Monaten. Wenn sich nicht andere Tiere in die Beuten einschleichen. „Spitzmäuse überwintern gerne in Bienenstöcken“, sagt Trutti. Vor einigen Jahren ist entweder ein Fuchs oder ein Waschbär in eine seiner Bienenbeuten gelangt und verwüstete sie komplett, erzählt der Imker. Deshalb sehe er nun regelmäßig nach den Insekten. Generell gilt für ihn aber: „Nach dem Bienenjahr ist vor dem Bienenjahr“, sagt er schmunzelnd. 

Wenn Trutti im Herbst den letzten Honig geschleudert hat, trifft er wichtige Vorbereitungen für das kommenden „Bienenjahr“. In der Zeit, wenn seine Bienen leise in ihren Beuten weitersummen, säubert Trutti die Schleudermaschinen, gießt neue Mittelwände für die Beuten, schneidet Wachs zum Schmelzen aus und baut neue Rähmchen. „Es gibt viel zu tun“, sagt er. Nicht nur praktisch, sondern auch theoretisch. „Wenn es wirklich eisig ist, dann nutzt der Imker die Zeit, um sich weiterzubilden“, sagt er. Im Winter besuche er gerne Diskussionsforen, um mehr über die Biene und die Imkerei zu erfahren, bis Ende Januar die Brutzeit der Bienen wieder beginnt und Trutti das Volk vor einem Kälterückschlag schützt.

Quelle: HNA

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