Wegen Hilfe im Haushalt

Vor Gericht in Treysa: Mann schwärzte Exfreundin wegen angeblicher Schwarzarbeit an

Treysa. Weil er seine Ex-Freundin bei der Polizei unter anderem wegen angeblicher Schwarzarbeit angeschwärzt hatte, musste sich jetzt ein 53-jähriger Rentner aus dem Schwalm-Eder-Kreis wegen falscher Verdächtigung vor dem Amtsgericht in Schwalmstadt verantworten.

Die Frage, ob die Frau tatsächlich unerlaubt putzen gegangen war, konnte vor Gericht trotz starker Indizien nicht beantwortet werden. Am Ende stand Aussage gegen Aussage.

Der Mann hatte gegen einen verhängten Strafbefehl Einspruch eingelegt und so war die Sache vor Gericht gelandet. In der Beweisaufnahme beharrte der Rentner auf seinen damals gemachten Angaben. Er könne gar nicht verstehen, warum die Behörden nach seinem Hinweis nicht eingehender ermittelt hätten, so der Mann: "Ich weiß, dass ich die Wahrheit gesagt hab und mehr als die Wahrheit kann ich nicht sagen." Hintergrund: Laut Gerichtsakten hatte sich der Anfangsverdacht gegen die Frau nach einer Befragung durch den Zoll nicht erhärtet.

Er habe mit der Frau von 2014 bis 2015 in einer Beziehung gelebt und in dieser Zeit sei er auf das seiner Meinung nach illegale Arbeitsverhältnis aufmerksam geworden, erzählte der 53-Jährige. Seine damalige Freundin sei mindestens zweimal die Woche in verschiedenen Haushalten zum Putzen gewesen und habe dafür bis zu 15 Euro Stundenlohn bekommen, so der Angeklagte weiter: "Mein Bruder ist Polizist und ich kann nicht damit leben, wenn jemand betrügt."

In der Zeugenbefragung gab die vermeintliche Putzfrau dagegen an, niemals Schwarz gearbeitet zu haben. Die ganzen Anschuldigungen des 53-Jährigen seien völlig haltlos und so nicht richtig, beteuert die 45-jährige Küchenhilfe.

Sie sei lediglich bei Bekannten immer mal wieder zum Kaffeetrinken gewesen, so die Frau: "Ab und zu habe ich aus Freundschaft dann auch mal durchgeputzt."

Auf Vorschlag des Gerichts wurde das Verfahren gegen Mann schließlich eingestellt. Es sei müßig, die vermeintlichen Arbeitgeber vorzuladen, bedauerte der Richter: "Weder die, die Arbeiten, noch die, die Arbeiten lassen, würden es zugeben." Heutzutage sei es ja beinahe so gut wie aussichtslos, eine Putzfrau auf Minijobbasis zu bekommen, berichtete der Vorsitzende aus eigener Erfahrung: "Auf eine Stellenanzeige habe ich lediglich eine Bewerbung bekommen."

Angesichts der Zeugenaussagen tendiere er durchaus dazu, dem 53-Jährigen in der Sache Glauben zu schenken, meinte der Richter und gab dem Mann noch einen Ratschlag mit auf dem Weg aus dem Gerichtssaal: "Seien Sie zukünftig vorsichtig mit dem, was Sie sagen. Wenn man etwas bei offiziellen Stellen behauptet, dann muss man es auch beweisen können."

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture alliance / Friso Gentsch

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