Weihnachtsfest

Vor Weihnachten am Treysaer Bahnhof: Für das Fest zur Familie

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Verbringt Weihnachten bei ihrem Sohn: Barbara Göbel. 

Treysa. Die Stimmung am Treysaer Bahnhof war am Freitag vor Weihnachten eher unweihnachtlich, die Reisezwecke der Bahnkunden dafür umso weihnachtlicher. 

Auf den ersten Blick ist es ein ganz normaler Tag am Bahnhof in Treysa, hier eine Durchsage zur Zugverspätung, da das Klappern der Rollkoffer auf dem grauen Boden. Weihnachtlich ist anders.

Und trotzdem liegt am Freitag, zwei Tage vor Weihnachten, bei den Fahrgästen eine leichte Vorfreude in der Luft. Dass sie es bald geschafft haben, dass bald alle Erledigungen gemacht sind, dass sie bald bei ihrer Familie sind und endlich entspannen können.

Doch noch schleppt Eckhard Hoos zwei große Koffer und eine rote Reisetasche über den Bahnsteig, seine Frau rennt schnell in das Reisecenter, um sich über die Verbindung zu informieren und Karten zu kaufen. Sie sind unterwegs nach Hannover, dort werden sie Weihnachten mit den Kindern verbringen.

Auch Barbara Göbel ist noch nicht so richtig in Weihnachtsstimmung. „Nicht hier auf dem tristen Bahnhof“, sagt sie. „Und ich bin noch ganz fertig vom Packen.“

Sie wird das Fest in Rostock bei ihrem Sohn verbringen, auch die restliche Familie reist an. Dort werden sie in die Kirche gehen, während das Roastbeef im Ofen vor sich hin schmort. „Wenn wir nach Hause kommen, ist es dann fertig.“

Thomas Marth hat eine lange Zugfahrt vor sich, wirkt aber ganz entspannt. Er arbeitet bei Hephata und bringt Nadine, die in einer Wohngruppe wohnt, zu ihrer Mutter nach Hamburg. Für ihn geht es dann direkt wieder zurück in die Schwalm – er muss teilweise an den Festtagen arbeiten. Trotzdem bleibt Zeit für seine Familie. „Wir feiern alleine und machen es uns gemütlich“, erzählt er. Wobei die Stimmung für ihn vor einigen Wochen weihnachtlicher gewesen sei, als es noch geschneit hat.

Bei ungefähr sieben Grad ist das Wetter nicht unbedingt förderlich für die Stimmung – aber den Fahrgästen, die eine ganze Zeit am Bahnsteig stehen, weil ihr Zug eine Viertelstunde Verspätung hat, wird trotzdem ein bisschen kalt. Erst recht, wenn ein Güterzug über das Gleis rauscht und einen kalten Windzug verursacht. In der windgeschützten Bahnhofshalle wartet Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg. Die Vizepräsidentin des Deutschen Roten Kreuzes holt ihre Cousine ab, die aus Neuseeland anreist und über Weihnachten drei Wochen in der Heimat bei der Familie verbringt. Sie hat noch ein volles Programm, das aber schon weihnachtlich ist: bei der Flüchtlingshilfe Tee trinken und davon erzählen, welche Traditionen es in Deutschland zum Weihnachtsfest gibt, und mit den Nachbarn auf der Straße in Hausen Punsch und Glühwein trinken. Den Heiligabend selbst wird sie mit der Familie verbringen, ganz traditionell, wie die zwei- bis 13-jährigen Enkel es sich wünschen, mit Liedern, Kirche und Fondue. Sobald der Zug mit ihrer Cousine da ist, kann das Weihnachtsprogramm starten.

Quelle: HNA

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