Stadt muss sparen

Die vorletzte Saison fürs Spangenberger Liebenbachbad

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Haben Spaß im Spangenberger Liebenbachbad: Jan (6) und Eric (8) Großkurth besuchen das Schwimmbad oft mit ihrer Oma Magdalena Nieth.

Spangenberg. Es ist wohl die vorletzte Saison, in der die Spangenberger in ihrer Stadt baden gehen können: Um Geld zu sparen, wird die Stadt das Liebenbachbad voraussichtlich nach der Badesaison 2014 schließen.

Diesen Schritt sieht das Konsolidierungsprogramm der Stadt vor, die im vorigen Winter unter den Rettungsschirm des Landes geschlüpft ist.

"Wir hangeln uns mit dem Freibad finanziell seit Jahren von einer Saison zur anderen durch", sagt Bürgermeister Peter Tigges. Der Betrieb koste pro Saison um die 150.000 Euro. Das Geld wird vor allem für Personal und für den Energiebedarf benötigt. Um das Wasser im Liebenbachbad auf Badetemperaturen zu bringen, sind Pumpen im Einsatz, die der Pfieffe die Wärme entziehen. Hinzu kommen Betriebsmittel, Reparaturen und so weiter. Das alles kostet richtig Geld. "Jeder Badebetrieb ist richtig teuer: Das können wir uns einfach nicht mehr leisten", sagt Tigges. "Bäder sind eben immer ein großer Zuschussbetrieb."

Niemand ist glücklich

Die Stadt Spangenberg habe aber nun keine Möglichkeit mehr, diese Zuschüsse aufzubringen. Wenn sie tatsächlich bis zum Jahr 2018 den Haushalt ausgleichen soll, muss sie massiv sparen, denn der Schritt unter den Rettungsschirm des Landes ist mit deutlichen und schmerzhaften Einschnitten verbunden (siehe Hintergrund).

"Niemand ist glücklich darüber, dass wir das Bad sehr wahrscheinlich dichtmachen müssen", sagt Tigges.

Freibad ist letzter Luxus

Gar nicht darüber glücklich ist auch Magdalena Nieth. Sie ist eines von 40 Mitgliedern des Fördervereins Pro Aqua, der sich für den Erhalt des Bades stark macht. "Unser Freibad ist unser letzter Luxus", sagt Nieth. Sie ist im Sommer beinahe jeden Tag im Bad. Früher mit ihrer kleinen Tochter, heute mit ihren beiden Enkeln, wenn die bei ihr zu Besuch sind. "Für die Kinder ist das Freibad ein wichtiger Ort zum Treffen und zum Toben."

Magdalena Nieth hat noch ein wenig Hoffnung, dass das Liebenbachbad doch eine Zukunft hat. Bürgermeister Tigges zeigt sich da nicht ganz so optimistisch. Zwar müssen die Parlamentarier erst noch den offiziellen Beschluss fassen, dass das Freibad am letzten Tag der Badesaison 2014 wirklich endgültig schließt. Doch ist das wohl nur noch ein offizieller Akt.

"Die Konkurrenz unter den Bädern in der Region ist groß", sagt Tigges. "An manchen Tagen wäre es für uns tatsächlich billiger, die wenigen Gäste mit dem Taxi ins Melsunger Bad bringen zu lassen als den laufenden Betrieb zu finanzieren."

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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