Nach Sturm: Forstämter weisen auf Gefahren hin

Vorsicht bei der Mai-Tour im Wald

Schwalm-Eder. Wer am 1. Mai seine Tour in den Wald plant, sollte aufpassen. „Und immer mal nach oben gucken“, rät Neukirchens Forstamtsleiter Norbert Altstädt. Denn im Wald lauern auch zwei Monate nach Sturmtief Xynthia Gefahren.

Bäume liegen immer noch über Wegen oder hängen angeknackst mit ihren Kronen an den Stämmen anderer Bäume. Durch den Sturm am 28. Februar wurden manche Bäume halb aus dem Boden gerissen. Jetzt, im Frühjahr, steigt der Saft in die belaubten Kronen. Dadurch werden diese so schwer, dass manche Bäume das Gewicht nicht tragen und umfallen können.

Im Schwalm-Eder-Kreis hat Xynthia heftig zugeschlagen. Besonders stark wurden die Forstamtsbezirke Melsungen und Jesberg betroffen. Die Hauptwege seien zwar freigeräumt, darunter auch der Kellerwaldsteig und der Schützenwald bei Ziegenhain. Bis der Wald von Sturmholz komplett befreit ist, wird es nach Nassauers Einschätzung noch bis Ende Juni dauern. Auch im Forstamtsbezirk Neukirchen wurden erst 40 Prozent aufgearbeitet, sagt Leiter Altstädt: „Die Menge ist nicht das Problem, aber die verstreute Lage der Bäume.“ Die Waldarbeiter müssen die Flächen systematisch ablaufen und die Bäume teilweise per Hand aufarbeiten, weil nicht überall Erntemaschinen eingesetzt werden können. Die Erholungssuchenden sollten keine Angst vor einem Waldspaziergang haben. Aber sie sollten die Hauptwege nicht verlassen.

Kinder: Nicht herumklettern

Nassauer rät, von hängenden Bäumen mindestens zwei Baumlängen wegzubleiben. Und Kinder sollten zurzeit nicht im Wald herumklettern. Außerdem biete das Windwurf-Holz Wildschweinen mit ihren Frischlingen und Rehen mit ihren Kitzen Deckung.

Christian-Peter Foet vom Forstamt Melsungen will dennoch auf eine 1. Mai-Tour nicht verzichten. „Selbstverständlich gibt es eine im Wald, wenn auch eine kleine“, sagt er, „und danach wird zuhause gegrillt.“ Hintergrund

Von Claudia Feser

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