Hohe Verwechslungsgefahr bei der Pilzsuche

Giftig: Der Satansröhrling.

Wolfhager Land. Die Pilzsaison 2013 hat bereits angefangen. Zurzeit sprießen wieder viele Pilzsorten aus den Waldböden. Aber Achtung: Nicht alle Pilze sind bekömmlich.

Über eine Million Pilzarten gibt es nach Schätzungen von Fachleuten weltweit, rund 70 000 Arten davon sind wissenschaftlich beschrieben. Doch nur ein Bruchteil von ihnen gehört zu den begehrten Speisepilzen. Pilzexperte und Diplom-Biologe Roman Krettek erklärt, wie Sorten bestimmt werden und welcher Pilz in den Kochtopf darf: „Wer Speisepilze sammeln will, sollte sich am Anfang auf Arten beschränken, bei denen es keine gefährlichen Verwechslungsmöglichkeiten gibt“, erklärt Krettek. Unter den Röhrlingen gibt es nur wenige giftige Arten wie den Satansröhrling und den Schönfußröhrling, die sehr auffällige Merkmale wie rotes Stielnetz haben. Damit lassen sie sich gut von begehrten Speisepilzen wie zum Beispiel Steinpilzen und Maronenröhrlingen unterscheiden. „Steinpilzsammler sollten aber den ungenießbaren Gallenröhrling kennen, der sich jung nur durch das braune Stielnetz vom weißen Stielnetz des Steinpilzes unterscheidet“, warnt Krettek.

Es gibt aber auch Pilzarten, die so unverkennbar sind, dass man keine diffizilen Unterscheidungsmerkmale lernen braucht, so der Experte. „Dazu gehört zum Beispiel die Totentrompete, deren schwarze, dünnfleischige Trichter wenig einladend aussehen, die aber trotzdem zu den hochwertigen Speisepilzen gehört.“

„Wer Lamellenpilze sammeln will, sollte unbedingt die Merkmale der gefährlichsten Giftpilze, allen voran des Grüne Knollenblätterpilzes, kennen“, warnt Krettek. Immer wieder auftretende Verwechslungen zwischen Champignons und Knollenblätterpilzen würden dann nicht mehr passieren: „Denn Champignons bekommen rosa bis braune, im alter schwarze Lamellen, während Knollenblätterpilze weiße Lamellen behalten.“ Auch die Knolle ist unterschiedlich.

Daher der Rat des Experten: „Nicht sicher bekannte Pilze immer komplett mit Stielbasis sammeln und in Ruhe zu Hause versuchen, mit Hilfe von Pilzbüchern zu bestimmen.“ Mit diesem Ergebnis sollte man dann am besten zu einem geprüften Pilzsachverständigen gehen, der die Funde kontrolliert.

Die Adressen finden sich unter www.dgfm-ev.de.

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Von Melanie Triesch

Quelle: HNA

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