Abwärtsspirale stoppen

Vorsitzende des Kur- und Gewerbevereins werben für Belebung Bad Emstals

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Rufen auf, Ideen für eine Belebung Bad Emstals zu entwickeln: Frank Ritter, Kassierer des Kur- und Gewerbevereins (links) und Vereinschef Carsten Schmidt.

Bad Emstal. Leerstehende Geschäfte, Umsatzeinbußen, wegbrechende Frequenzbringer – der Strukturwandel hat Bad Emstal erreicht.

Und die Mitglieder des Kur- und Gewerbevereins, der einst angetreten war, Bad Emstal zu beleben, rühren sich nicht. Diesen Eindruck zumindest haben der Vorsitzende des Vereins Carsten Schmidt und der Kassierer Frank Ritter.

Die vergangenen Wochen haben die Mitglieder des Vorstandes genutzt, um in den zuletzt immer leichter gewordenen Vereinsreihen, die Fraktionen und die Bürgermeisterkandidaten auf das Problem aufmerksam zu machen. Die Reaktionen beschreiben sie als zurückhaltend. Lediglich die SPD-Fraktion habe auf den Brief reagiert und sich mehr Zeit erbeten. „Wir wollten die Ergebnisse der Debatte nach der Bürgermeisterwahl diskutieren“, sagt Ritter und schiebt hinterher: „nur welche Ergebnisse?“ Innerhalb des Vereins habe ein einziges Mitglied auf den Brief reagiert und sich geäußert.

Wenn sich innerhalb des Gewerbevereins niemand für den Attraktivitätsverlust speziell der Geschäftsstraße in Sand interessiere und auch nicht bereit sei, sich bei der Erarbeitung eines Konzeptes zu beteiligen, „dann frage ich mich, welchen Sinn der Verein noch hat?“, macht Ritter deutlich.

Läden werden Wohnungen

Der Rechtsanwalt und Carsten Schmidt, der in Sand ein Schreibwarengeschäft betreibt, sind mit der Entwicklung der vergangenen Jahre unzufrieden: Viele Geschäfte haben geschlossen. Die verwaisten Läden werden umgewandelt in Wohnungen. Der Einkaufsbummel findet bei Aldi und Edeka statt. Das Thermalbad ist seit November 2016 dicht, und noch immer gibt es keine verbindliche Aussage, was aus dem Gebäude werden soll. Und ohne Thermengäste, weniger Café- und Restaurantbesucher und weniger Menschen in den Geschäften, beschreibt Ritter den Kellertreppeneffekt. Sorgen machen sich er und Vereinschef Schmidt auch hinsichtlich der Konsequenzen der Thermenschließung für die Arcadia Vita und die benachbarte Praxisklinik.

Weitere negative Einflüsse ergäben sich aus den Veränderungen bei Vitos Kurhessen in Merxhausen. Dort sind im Dezember mit dem Umzug von Stationen in die neue Klinik nach Kassel Mitarbeiter und Patienten weggefallen, die für den Einzelhandel in Bad Emstal wichtig gewesen seien, ergänzt Schmidt. Gemeinsam mit der Politik müssten der Prozess gestoppt und ein Konzept erarbeitet werden. Beide wünschen sich eine Vermarktung der Leerstände und erwarten dabei Unterstützung aus dem Rathaus.

Gudensberg macht es gut

Als Beispiel für eine gelungene Innenstadtentwicklung verweisen sie auf Gudensberg. Die Stadt gebe sich viel Mühe, habe das Thema Kunst für sich entdeckt, mit Veranstaltungen und einem attraktiven Freizeitangebot würden Menschen angesprochen. Ritter und Schmidt hoffen, dass es den Einzelhändlern und der Politik gelingt, gemeinsam das Ruder herumzureißen.

Quelle: HNA

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