Vorsitzende der Schwälmer Bayern-München-Fanclubs respektieren Uli Hoeneß weiterhin

Erinnerung: Klaus Tauber lernte Uli Hoeneß 2007 kennen, ein Foto von jenem Tag hängt in seiner Gastwirtschaft. Foto:  Schittelkopp

Schwalmstadt. Die Vorsitzenden der beiden Bayern-München-Fanverein der Schwalm stehen hinter Uli Hoeneß und heißen seine Entscheidung, sich der Strafe zu stellen, gut. „Für mich ist und bleibt er der Größte", sagte Klaus Tauber vom Fanverein Rotkäppchenland.

„Ich ziehe meinen Hut vor seiner Entscheidung", betonte Uwe Schröter vom Verein Im Herzen der Schwalm.

Zweimal traf Uwe Schröter den ehemaligen Präsidenten vom FC Bayern München. Dabei habe er sich immer sehr volksnah gezeigt und ein offener Ohr für die Fans gehabt, berichtete Schröter. Nun ziehe Hoeneß die Konsequenzen aus seinem Handel: Er geht nicht in Revision und tritt ein dreieinhalbjährige Haftstrafe wegen Steuerbetrug an.

Uwe Schröter

„Ich war schockiert als damals aufkam, dass Hoeneß Steuern hinterzogen haben soll“, erinnerte sich der Vorsitzende des 200 Mitglieder starken Fanclubs Im Herzen der Schwalm. Für den Münchner Fußballverein bedeutet der Rücktritt Hoeneß' von seinen Ämtern einen harten Einschnitt: „Der Verein verliert seine Galionsfigur.“ Doch Schröter ist sich sicher, dass der scheidende Präsident einen geordneten Verein zurücklässt. Sein Wunsch ist, dass Franz Beckenbauer als Interimspräsident einspringt, als Nachfolger seien Karl-Heinz Rummenigge oder Karl Hopfner möglich.

Als neuen Präsident von Bayern München sieht Klaus Tauber, Vorsitzender des Fanclubs Rotkäppchenland, hingegen Oliver Kahn. Auch Tauber lernte Uli Hoeneß bereits kennen. 2007 war er mit dem Verein nach München eingeladen worden und wechselte einige Wort mit Hoeneß: „Das war eine super Sache.“ Für ihn ist der ehemalige Bayern-Präsident ein außergewöhnlicher Mensch. Dass er nun für seine Taten gerade steht, beweist das auch, sagte der Fanclub-Vorsitzender.

Der Schwalmstädter denkt, dass viele Menschen, die wollten, dass Fußballfunktionär ins Gefängnis wandert, könnten einfach Bayern München nicht leiden. „Doch der Fußball hat mit der Steuerhinterziehung nichts zu tun.“ Das eine sei privat, das andere beruflich. Es sei traurig, wenn das miteinander vermischt werde. Dennoch: „Der FC Bayern München wird einen großartigen Menschen verlieren“, sagte Klaus Tauber. Er wird noch lange an diesen traurigen Tag denken.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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