Soziologe Stefan Selke ist als Redner zu Gast

Vortrag zum Thema Tafeln und Armut

Schwalm-Eder. „Durch die Tafelarbeit kommt niemand aus seiner Armut heraus“ lautet der Titel eines Vortrags. Dazu laden für Freitag, 20. April, das Evangelische Forum gemeinsam mit dem Diakonischen Werk Schwalm-Eder zu ein.

Einer der profiliertesten Tafelkritiker Deutschlands, der Soziologe Prof. Dr. Stefan Selke, ist ab 19 Uhr zu Gast in der Stadtkirche St. Marien.

Dem Vortrag folgt ein Gespräch mit Vorständen des Diakonischen Werkes und Mitarbeitern der Tafeln im Schwalm-Eder-Kreis

Schon seit langem stünden die Tafeln mit ihrer Arbeit sowohl für unkonventionelle Hilfsbereitschaft als auch für einen zunehmend hilflosen Sozialstaat, der vielleicht durch mildtätige Gaben noch zusätzlich demontiert werde, heißt es in der Pressemitteilung. Kirche und Diakonie stellen sich der Kontroverse vor Ort.

Die Tafeln sind mit dem Anspruch „Verteilen statt Vernichten“ in der sozialen Landschaft vertreten. Sie lassen Menschen mit geringem Einkommen Lebensmittel zukommen, die im Einzelhandel aus den aussortiert wurden. Im Schwalm-Eder-Kreis erhalten ungefähr 2000 Menschen regelmäßig Unterstützung durch die vier Tafeln, die allesamt in Trägerschaft des regionalen Diakonischen Werkes sind.

280 Menschen helfen ehrenamtlich, oft mit erheblichem Zeitaufwand und Engagement, mit. Viele Tafelkunden sind dankbar für die erhaltene Unterstützung.

Hilfe oder Gewöhnung?

Organisieren die Tafeln eine überlebensnotwendige Hilfe und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Gerechtigkeit in unserem Land? Oder gewöhnen wir uns mit den Tafeln daran, dass Arme nur noch das erhalten, was in unserer Wohlstandsgesellschaft übrig ist? Das sind die Fragen, die besprochen werden sollen.

Zugleich sei die Diakonie als Anlaufstelle für unbürokratische Hilfen hoch angesehen und ohne Ansehen der Person barmherzig mit Menschen umzugehen gehöre elementar zum Selbstverständnis der Kirchen, heißt es im Pressetext. (mho) • Infos: Diakonisches Werk Schwalm-Eder-Kreis, Pfarrerin Margret Artzt, Tel. 0 56 81/ 99 20 16 oder 9 92 00.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare