Mitarbeiterinnen des Autohauses Weckesser

Als Frau im Autohaus: "Männer testen mich mit technischen Fragen"

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Übt ihren Traumberuf seit vielen Jahren aus: Cindy Schiek ist Kfz-Lackiererin und klebt auf dem Bild die Tür eines Cabrios für die Lackierung ab. 

Am Mittwoch wird der Internationale Frauentag gefeiert. Weltweit machen Frauen auf ihre Rechte aufmerksam. Auch die Mitarbeiterinnen des Autohauses Weckesser kennen die Vorurteile, denen sie durch ihre Berufswahl ausgesetzt sind.

„Holen Sie mir doch mal einen männlichen Kollegen“ oder „Haben Sie von der Technik überhaupt Ahnung?“ -- solchen Aussagen begegnen die Mitarbeiterinnen des Autohauses Weckesser in Schwalmstadt immer mal wieder. Denn ihre Arbeit scheint nicht ganz typisch zu sein. Sie sind in einem Beruf tätig, der meist von Männern ausgeübt wird.

Wonda Vogel arbeitet als Automobilkauffrau und weiß um die Wirkung ihrer Berufswahl: „Manche Kunden, meist ältere Herren, testen mich mit technischen Fragen. Ich überzeuge dann einfach mit meinem Wissen.“ Vorurteile kennt Cindy Schiek weniger aus dem Berufsalltag.

Die 35-Jährige ist seit 14 Jahren als Kfz-Lackiererin im Autohaus tätig. „Natürlich herrscht hier in der Werkstatt ein rauer Ton und man sollte auch ein dickes Fell haben, aber Vorurteilen begegne ich selten“, erzählt die Willingshäuserin. Verwunderte Blicke erhält sie dagegen schon eher bei Lehrgängen. Dort gehört sie zu den wenigen Frauen. „Wenn ich in den Seminarraum komme, sind die männlichen Teilnehmer irritiert. Sie gehen dann zunächst davon aus, dass ich im falschen Lehrgang gelandet bin.“

Lockerer Umgang

Doch Cindy Schiek geht mit dieser Situation locker um. Sie kennt die Branche seit vielen Jahren und wusste kurz nach der Schulzeit, dass Kfz-Lackiererin ihr Traumberuf ist.

Auch Vannessa Maria Lang gehört mit ihrer Tätigkeit als Rechnungslegerin zu den wenigen Frauen, die in einer Männerdomäne arbeiten. Sie ist im Autohaus Weckesser unter anderem für Werkstattaufträge und Kundenrechnungen zuständig.

Manchmal Sprüche

„In der Rechnungslegung gibt es generell mehr Männer. Manchmal bekomme ich Sprüche bezüglich meiner Berufswahl zu hören, aber das ist dann einfach nur Spaß“, erklärt die 27-Jährige.

Der Geschäftsführerin Ulrike Weckesser ist ein hoher Frauenanteil im Autohaus wichtig. Sie wünscht sich, dass mehr Frauen in der Autobranche arbeiten: „Viele Frauen sind verunsichert und erfahren auch eine andere Akzeptanz als Männer, die in diesen Jobs tätig sind.“ Doch das Bild des typisch männlichen Autoverkäufers habe sich mittlerweile gewandelt. So hätten Vorurteile gegenüber Frauen nachgelassen: „Vor etwa 20 Jahren hatten wir mit mehr Intoleranz zu kämpfen. Auch ich habe erlebt, dass Kunden einen männlichen Kollegen gegenüber mir bevorzugten. Inzwischen hat sich die Situation aber verbessert.“ Was die Frauen im Autohaus Weckesser alle eint, ist die Freude am Beruf. Trotz so mancher Vorurteile haben sie diese nach wie vor nicht verloren.

Quelle: HNA

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