„Für Demokratie Courage zeigen“: Aktionstage am Schwalmgymnasium in Treysa

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Projekt gegen Rechtsextremismus: Die Schüler der Jahrgangsstufe Neun, rechts Lehrerin Astrid Meschede, haben Strategien erarbeitet, wie man im Alltag Courage zeigen kann.

Treysa. Rasissmus und Fremdenfeindlichkeit aktiv gegenüber treten und Strategien für den Alltag entwickeln – das ist das Ziel der Projekttage „Für Demokratie Courage zeigen“ am Schwalmgymnasium in Treysa.

Alle Neuntklässler setzen sich in diesem Schuljahr in Projekten in Religion, Powi und Geschichte mit dem Thema auseinander. Organisiert wird das Ganze von Lehrern und externen Beratern. Das Netzwerk „Für Demokratie Courage zeigen“ ist ein Gemeinschaftsprojekt verschiedener lokaler, regionaler und überregionaler Verbände und Initiativen, das in zehn Bundesländern angeboten wird. In Hessen wird es von der DGB Jugend und dem Bund der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) getragen.

Mut machen und handeln

„Wir haben hinterfragt, wo Diskriminierung anfängt“, erklären die Schülerinnen Laura Richter und Lea Flaut. Dabei haben die Schüler auch ihr Verhalten untereinander analysiert und Begriffe rechtsextremen und rassistischen Denkens definiert. „Wir wollen Mut machen, nicht wegzusehen, wenn andere rassistisch denken, reden und handeln“, erläutert Lehrerin Astrid Meschede. Nach-, Um- und vor allem Mitzudenken, sei das Ziel der Projekte.

Dabei gehe es darum, den Schülern auch den geschichtlichen Hintergrund näher zu bringen. Gemeinsam mit Lehrer Bernd Lindenthal beschäftigten sich die jungen Leute mit den Stolpersteinen, die vielerorts in Treysa vor Häusern jüdischer Familien verlegt sind. Um deutlich zu erleben, wie Diskriminierung stattfinden kann, wurden Rollenspiele erarbeitet, in denen Szenen wie etwa eine Bedrohungssituation auf der Straße skizziert wurden. Dabei gab es für die Schüler praktische Tipps, das Courage 1 x 1.

Initiiert werden regelmäßige Projekttage seit dem Übergriff auf Schüler am Neuenhainer See. „Mittlerweile haben sich zwölf Lehrer fortgebildet. Künftig wollen wir auch für Sechstklässler einen Respekt- und Toleranzpass anbieten“, sagt Meschede.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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