Kleinbusse

Die besten Alternativen zum VW-Bus

+
Der VW Bus ist schon immer das Maß der Dinge bei den Kleinbussen. 

Ein Bulli versprüht Charme - und er hat in seiner Klasse Maßstäbe gesetzt. Viele träumen von einem VW Bus, aber er ist verdammt teuer. Wir stellen einige Alternativen vor.   

Der VW Bus ist Kult. Spätestens seit den 1970er Jahren wird der Bulli nicht nur von Handwerkern eingesetzt, sondern ist auch bei Großfamilien, Campern und Hipstern extrem geliebt. Das wissen auch die Wolfsburger und langen bei Neuwagen gerade zu unverschämt hin. Selbst der einfachste Transporter mit schlappem Diesel-Motor kostet 30.000 Euro - selbstverständlich ohne jedes Ausstattungsdetail. Und gebrauchte Exemplare? Selbst für durchgerittene, rostige Schrottkarren mit sehr hohen Kilometer-Ständen werden noch astronomische Summen verlangt - und auch bezahlt. 

Also: Was sind die besten Alternativen zu einem VW Bus? Wer kann genau so viel wie der Bulli und ist noch halbwegs bezahlbar? Wir haben uns umgeschaut.  

VW Bulli: Der teure Klassiker 

Fangen wir mit dem Original an. Am 8. März 1950 wurde der erste Bus in Wolfsburg gebaut. Der Legende nach hatte alles 1947 mit einer kleinen Bleistiftskizze begonnen. Die Konstrukteure setzen die Idee um, verwenden zunächst den Motor und die Achsen des Käfers. Der Bus erhält eine selbsttragende Karosserie, sein Motörchen hat 1131 ccm und leistet 24 Ps. Die Nachfrage nach dem einfachen Transporter ist riesig, der Preis mit 5850 D-Mark einigermaßen erschwinglich. Der Bulli wird ein voller Erfolg für Volkswagen. Schon vier Jahre nach Produktionsbeginn rollt der 100.000ste Bus vom Band.

Bescheiden, aber erfolgreich: Die erste Generation des VW Bus. 

  

Der aktuelle Bulli heißt offiziell VW T6 und ist seit 2015 auf dem Markt, es handelt sich um die sechste Generation des beliebten Transporters. Das flexible Fahrzeug kann in vielen Varianten bestellt werden - vom nackten Nutzfahrzeug über den komfortablen Familien-Wagen bis hin zum noblen Business-Shuttle. In der Ausstattungsliste kann der Kunde zwischen zahlreichen modernen Assistenzsystemen wählen: Für nette Helferlein wie Tempomat, Abstandsregelung oder Müdigkeitswarner lässt sich viel zusätzliches Geld ausgeben. 

Auch bei den Motoren gibt es reichlich Auswahl: Den Einstieg bildet ein magerer 84-Diesel-PS, der sich mit dem hohen Fahrzeuggewicht von mehr als zwei Tonnen ziemlich schwertut. Maximal 146 km/h rennt der Bus damit - wenn die Strecke eben und die Karre leer ist. Doch der Bulli-Käufer kann sich auch für stärkere Motoren entscheiden, bis zu 204 PS sind möglich. Damit sind dann auch höhere Reisegeschwindigkeiten möglich - allerdings steigt der Spritverbrauch auch deutlich an. Apropos Vorwärtskommen: Normalerweise hat ein VW Bus Vorderradantrieb, er ist aber auch in einer Allradversion erhältlich.  

Der VW T7 steht  schon in den Startlöchern 

Demnächst kommt die siebte Generation des VW Bus auf den Markt. Weil diese auf der modularen Plattform von VW aufbauen wird, ist der Bus dann im Innenraum etwas kleiner als der heutige T6. Für Handwerker nicht gerade attraktiv - also soll es den „alten“ T6 auch weiterhin. Immerhin gab es zuletzt ein kleines Facelift, das Modell nennt sich jetzt T6.1.   

Der Preis für einen absolut nackten VW Bus in der Basisausstattung mit dem schwächsten Diesel-Motor startet bei rund 30.000 Euro. Doch dafür dürfte fast kein Bulli vom Hof des VW-Händlers rollen. Die Wolfsburger lassen sich jedes (eigentlich selbstverständliche) Ausstattungsdetail teuer bezahlen. Ähnliches gilt auch für die beliebte Camping-Ausführung California, die preislich bei etwa 42.120 Euro startet. Eines muss man dem Bulli aber lassen: Er hat sich tausendfach bewährt und ist bis ins letzte Detail ausgereift.  

Scharfer Konkurrent für den Bulli: Mercedes V-Klasse 

Als Alternative zum Bulli bietet sich ein Mercedes an. Die Marke mit dem Stern hat in dieser Fahrzeugklasse die V-Klasse und den etwas rustikaleren Vito zu bieten. Beide Modelle teilen sich zahlreiche Karosserie-Bleche und den Großteil der Antriebstechnik. Der Vito ist jedoch etwas einfacher ausgestattet und ist eher für Handwerker gedacht.

Die V-Klasse ist seit Mitte 2014 auf dem Markt und stellt seitdem den schärfsten Konkurrenten für VW dar. Die Stuttgarter verbauen teilweise neueste Fahrzeugtechnik in ihren Transportern, viele Optionen wie moderne Assistenzsysteme oder Allradantrieb sind verfügbar. Angetrieben wird die V-Klasse von Dieselmotoren mit 136 bis 190 PS Leistung, seit einem Facelift kann man sogar einen 2,0-Liter-Diesel mit 239 PS bekommen.  

Für einen Bus mit Stern muss man derzeit mindestens 43.000 Euro hinblättern. Die Camping-Ausführung heißt Marco Polo und wird von Westfalia gefertigt. Der Grundriss ist nahezu identisch mit dem von VW. Allerdings setzt der Mercedes bei der Materialauswahl noch stärker auf Luxus. So lässt sich etwa die Rückbank auf Knopfdruck in eine Liegefläche verwandeln. Das alles kostet jedoch - mindestens 56.600 Euro.  

Der Ford Tourneo Custom ist seit der zweiten Jahreshälfte 2012 auf dem Markt. 

Viel Stauraum: Ford Tourneo Custom 

Auch der Ford Tourneo Custom ist nicht mehr ganz taufrisch - er ist seit 2012 auf dem Markt. Beim Tourneo Custom handelt es sich um eine aufgewertete Version des Handwerkerwagens Transit. Das muss kein Nachteil sein, denn der Transit wurde von vielen Kleinbetrieben geordert und ordentlich strapaziert. Es sollte sich also eigentlich um ein robustes Auto handeln. Auch das große und erfreulich variable Platzangebot geht wohl auf die Nutzfahrzeug-Gene des Ford zurück. Der Tourneo Custom kommt serienmäßig mit zwei Schiebetüren zum Kunden. Das ist im Alltag wirklich praktisch - und: dafür muss man bei der Konkurrenz zusätzlich zahlen.  

Die Nähe zum Transit sorgt jedoch auch dafür, dass der Tourneo Custom nie das Image eines hippen Lifestyle-Transporters haben wird. Und mit einem edlen Business-Wagen verbinden Kunden wohl eher die V-Klasse von Mercedes als einen Ford aus türkischer Produktion. 

Die Preise für einen Ford Tourneo Custom starten bei rund 39.500 Euro. Dafür gibt es einen 2,0-Liter-Turbodiesel mit 105 PS.  

Gemeinsam gegen VW: Peugeot, Citroen und Toyota

Entwicklungskosten sparen, Synergien nutzen, gemeinsam produzieren: Peugeot, Citroen und Toyota haben jeweils baugleiche Modelle im Portfolio. Sie alle setzen auf identische Technik und rollen im nordfranzösischen Valenciennes vom Band. Die Motoren stammen von Peugeot, auch Design und Bedienelemente stammen von den Franzosen. Die Modelle dieser Gruppe setzen als Kundengruppe stärker auf Familien als auf Handwerker. Statt Blechwänden wie bei klassischen Lieferwagen gibt es große Fernsterflächen, optional kann man Annehmlichkeiten wie elektrische Schiebetüren oder Massagesitze bestellen. 

Die Modelle basierten auf der modularen Pkw-Plattform des PSA-Konzerns. Das spart Entwicklungskosten - und erlaubt (Pkw-)Ausstattungsdetails, die Konkurrenten mit reinen Nutzfahrzeug-Genen fehlen. Auch der Fahrkomfort ähnelt eher einem Pkw als einem poltrigen Transporter. Schade ist jedoch, dass Peugeot (wohl aus Kostengründen) im Innenraum teilweise auf Hartplastik setzt und damit einiges an Pkw-Feeling wieder zunichte macht.  

Die Preise für die Modelle dieser Allianz sind nahezu identisch: Für den Peugeot Traveller und den Citröen Space Tourer werden jeweils 35.650 Euro verlangt, der Toyota Proace Verso ist mit 36.000 Euro kaum teurer. 

Allianz für sehr günstige Kleinbusse: Renault, Opel, Fiat und Nissan  

Eine weitere Zusammenarbeit: Auch Renault, Opel, Fiat und Nissan wollen sich die Entwicklungskosten teilen und haben baugleiche Kleinbusse im Angebot. Alle sind mit einem 1,6-Liter-Diesel mit unterschiedlichen Leistungsstufen (90 bis 140 PS) ausgestattet.  

Ein Vorteil dieser Kleinbusse ist ihr vergleichsweise niedriges Gewicht: Trotz ihrer Länge von gut fünf Metern wiegen die Fahrzeuge jeweils nur 1.665 Kilogramm - deutlich weniger als die zwei Tonnen und mehr der Konkurrenten. Dadurch fühlen sie sich etwas handlicher an und verbrauchen etwas weniger Sprit.

Der Renault Trafic Combi startet bei rund 30.700 Euro.

Dazu sind die Preise erfreulich niedrig: Der Renault Trafic Combi startet bei rund 30.700 Euro. Die Modelle Fiat Talento, Opel Vivaro und Nissan NV300 liegen in derselben Preisregion. Als Campingmobil Colibri, umgerüstet von der Firma Karmann, müssen mindestens 40.950 Euro investiert werden. 

Hyundai H1 

Bei uns kaum bekannt ist der Hyundai H1 Travel. Dabei gibt es den Bus des südkoreanischen Autobauers bereits seit 2008 - und mit dem 2,5-Liter-Diesel (116 PS) kostet der gerademal 31.800 Euro. Leider sind für den Hyundai - anders als bei den Pkw des Herstellers - fast keine modernen Assistenzsysteme zu bekommen. Und eine grundlegende Weiterentwicklung ging an dem Van mit Heckantrieb seit 2008 ebenfalls vorbei. 

Doch der Hyundai wurde von Anfang an als klassischer Bus für den Personentransport entwickelt - bis zu acht Personen können damit tägliche Transportaufgaben problemlos bewältigen. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare