Waberner erarbeiteten Dokumentation über Fluchtursachen

Rast auf der Flucht: Das Foto von Rasul Bahrami zeigt eine Gruppe afghanischer Flüchtlinge in den türkischen Bergen.

Wabern. Mit einer Dokumentation über die Fluchtwege und Fluchtursachen von Asylsuchenden wollen Susan und Thomas Schattner sowie Peter Schmidt auf das Schicksal der Menschen aufmerksam machen, die jetzt als Neubürger unter uns leben.

Teile des Buches, mit dem Titel „Life is safe - alles gut!?“ sollen am Samstag, 19. März bei einem „Fest der Kulturen“ vorgestellt werden, das um 19 Uhr im Kulturbahnhof beginnt.

In dem Buch haben die Autoren eine Auswahl von 60 Dokumenten (Fotografien, Einzelbilder von Smartphonefilmen und Personaldokumenten) zusammengetragen. So lassen sich ganz individuell die einzelnen Stationen auf der Balkanroute eines afghanischen Flüchtlings nachvollziehen - etwa eine Demonstration der Flüchtlinge an der griechisch-türkischen Grenze im Oktober 2015. Alle Dokumente stammen von jungen Asylsuchenden im Alter zwischen 14 und 25 Jahren.

Mehrere Wochenenden verbrachten die Autoren in den Wohngemeinschaften und Wohnungen der Asylsuchenden. Zwischendurch waren immer wieder Fahrten ins Haus Schattner notwendig, um am Rechner Dokumente zu überspielen. Rasch entwickelten sich daraus freundschaftliche Beziehungen.

Die Autoren wollen zeigen, warum die Hunderttausenden von Asylsuchenden sich in der Bundesrepublik aufhalten und auch hier leben wollen. Sie wollen zeigen, was sie auf ihrer Flucht erlebt und erduldet haben und welchen Gefahren sie sich mitunter ausgesetzt haben.

Drei Monate im Gefängnis

Dabei stellte sich unter anderem heraus, dass ein Afghane während seiner Flucht nach Europa drei Monate in einem türkischen Gefängnis aus politischen Gründen zubringen musste. Ein anderer Afghane, der in seinem Heimatland für die US-Truppen als Dolmetscher tätig war, berichtet, dass sein Bruder aufgrund dieser Tätigkeit von den Taliban erschossen worden sei und er sich deshalb auf den Weg nach Deutschland gemacht habe.

Auch der Titel stammt übrigens von einem Asylsuchenden. Anfang Februar traf ein ehrenamtlicher Helfer einen Flüchtling in einem Treppenhaus einer Unterkunft in Wabern. Er war viel zu dünn für die Jahreszeit bekleidet, trug nur ein T-Shirt und strumpflos Badesandaletten, woraufhin ihn der Helfer väterlich ermahnte, sich wärmer anzuziehen. Darauf antwortete der Flüchtling ganz spontan: „Life is safe - alles gut!“ Aufgrund der politischen Situation in unserem Land haben die Autoren allerdings dem Ausrufezeichen noch ein Fragezeichen hinzugefügt. Die Autoren erhoffen sich von diesem Projekt, dass es Nachahmung findet und viele deutsche Bürger vor Ort beginnen, bei Asylsuchenden nachzufragen und ihre Situation zu hinterfragen.

Vorwort von Wecker 

Das Vorwort zu dem Buch habe dankenswerter Weise der bekannte Liedermacher Konstantin Wecker geschrieben, berichten die Autoren.

Die 168 Seiten starke Dokumentation kann bei Amazon für 5,40 Euro bezogen werden. (red)

Quelle: HNA

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