Wache passt ins Bild

Bürgermeister Näser führt jetzt Rotkäppchenland – Kommt nun  Geschäftsstelle?

Die Wache am Paradeplatz Ziegenhain: Der Bruchsteinbau mit Mansardwalmdach und Dachgauben und aus dem Jahr 1769 empfiehlt sich möglicherweise für mehr. Seit vielen Jahren ist sie bereits Sitz der Schwalm-Touristik.

Schwalmstadt. Eine Überraschung folgte auf die nächste: Erst wurde der Schwalmstädter Bürgermeister Dr. Gerald Näser Vorsitzender des Tourismusverbundes Rotkäppchenland (wir berichteten). Am nächsten Tag schrumpfte die Rotkäppchengemeinschaft um einen Partner: Alsfeld steigt nach Angaben Näsers aus dem Kreis der 17 Gemeinden aus.

Die Oberhessen haben sich vermutlich an der Peripherie des Rotkäppchenlandes nicht recht wohlgefühlt, interpretiert der neue Vorsitzende, „bedauerlich, aber wohl schon länger geplant“.

Näser treibt unterdessen anderes um. „Wir wollen den Tourismus stärken und weiterentwickeln.“ In den Augen des Verwaltungschefs sind die vielfältigen, nebeneinander bestehenden Marken wie Grimmheimat, Märchenstraße und Rotkäppchenland nicht ausreichend koordiniert, die Marke Schwalm müsse kräftiger profiliert werden, findet er.

Eine weitere Baustelle ist die Schwalm-Touristik am Ziegenhainer Paradeplatz, die Schrecksbach, Willingshausen und Schwalmstadt im Verein betreiben. Seitdem die Vollzeitkraft Waltraud Rink nach über 20 Jahren in Ruhestand gewechselt ist, werden die Öffnungszeiten mehr oder weniger mühsam aufrecht erhalten. Das Ziel ist laut Näser, ihre Stelle am 1. Januar wieder zu besetzen.

Dr. Gerald Näser

Da trifft es sich möglicherweise günstig, dass die Geschäftsstelle des Rotkäppchenlandes vermutlich nicht in Kirchheim bleiben kann, denn die Autobahngemeinde im Nachbarkreis Hersfeld-Rotenburg ist unter den Rettungsschirm geschlüpft und muss stark auf die Kostenbremse drücken. Bereits fest steht, dass zum Jahresende der Touristikservice Kirchheim geschlossen wird. Die Zusammenlegung von Rotkäppchen-Geschäftsstelle, Schwalm-Touristik und Schwalmstädter Öffentlichkeitsarbeit im Herzen des Verbundgebietes und der Heimatstadt des neuen Vorsitzenden erscheint in diesem Licht zumindest sehr sinnvoll. Näser betonte aber, dass dies noch reine Spekulation sei.

Trotzdem hat man die Eignung der Wache, einem Gebäude aus dem Jahr 1769, bereits auf seine Eignung für die Fusion geprüft. Mehrere Kriterien spielen hinein, sagte Näser. So wäre es wahrscheinlich zu teuer, wenn eine Feuertreppe angelegt werden müsste. Bei den Fenstern und der Dämmung besonders des Fußbodens im Erdgeschoss herrscht Handlungsbedarf. Im Obergeschoss des pittoresken Gebäudes gibt es dafür laut Näser ein gutes Platzangebot mit vier Räumen, die allerdings nicht optimal geschnitten seien.

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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