Dornröschen-Premiere der Volksbühne: Märchentheater zum Mitmachen

Wachküssen mit Humor

Große Freude und doppeltes Fest: Der 16. Prinzessinnengeburtstag wird 100 Jahren später nachgefeiert, dafür bejubeln die ausgeschlafenen Schlossbewohner gleichzeitig Dornröschens Verlobung mit Prinz Maximilian. Fotos: Junker

Bad Emstal. Der Herold des Königs (Willi Heidl) dreht sich auf der Zitadelle um sich selbst, während die Kinder im rappelvollen Kursaal langsam bis sieben zählen. Diese magische Handlung ist die Eintrittskarte in das große Zauberbuch und schützt vor bösem Zauber: Das Märchen vom Dornröschen kann beginnen.

Das Grimmsche Märchen „Dornröschen“, das am Samstag Premiere hatte, wird in der Inszenierung der Volksbühne Bad Emstal als Theater zum Mitmachen wieder zusätzlich bevölkert von Figuren, die die Kinder auf den Weg durch das Abenteuer mitnehmen.

„Frikassee ist sein Leben, Frikassee macht ihn froh, und er hofft, der Prinzessin geht es e-ben-so“. Rappende Küchenfrauen (Inge Friebertshäuser und Inge Geselle) assistieren dem einfältigen, aber singenden Koch Meister Rübenmus (Manfred Altmann), der ständig auf der Suche nach seinem noch einfältigeren Küchenjungen Quirl (Christian Schneider) ist.

Clementine (Margret Risseler), das alberne Schlossgespenst, will nicht zur Schule und wuselt um den vertrottelten Ritter Rostig (Ottmar Bulle) herum, ging sicherlich schon zu ihren Lebzeiten als Baronin vor 323 Jahren den anderen Schlossbewohnern auf die Nerven. Natürlich helfen die Kinder vor der Bühne der ratlosen Clementine, die sich fortan mit Gespenster-Masern vor der Schule drückt.

Die guten Feen Arabelle, Rosalinda und Violetta (Andrea Schmolke, Pamela Riedel und Marika Bayer) stürzen völlig aufgeregt durch das Schloss in den Thronsaal, bringen aber ihre guten Wünsche für Dornröschen an deren Tauftag doch noch zusammen. Blitz und Donner und Rauch dürfen nicht fehlen, die begleiten die ungeladene Herrin der Dunkelheit (Iris Altmann), die ebenfalls Wünsche für Dornröschen mitbringt - allerdings keine guten.

Doch bevor Dornröschen (Sarah Dühsler) hinter der dichten Dornenhecke pünktlich und genau 100 Jahre nach ihrem 16. Geburtstag vom richtigen Prinzen Benjamin (Maximilian Heckmann) erlöst wird, stolpert unter anderem noch Prinz Fifi (Manfred Damme), der Fünfeinhalbte von Tolpatschien, zur allgemeinen Erheiterung über die Bühne.

Aber wie in der Grimmschen Vorlage lässt auch Lothar Neumann als Verfasser der Bad Emstaler Bühnenversion das Märchen glücklich enden - mit einer wachgeküssten Prinzessin und ausgeschlafenen Eltern (Antje Hörl, Frank Weymann) und noch ausgeschlafeneren Schlossbewohnern. HINTERGRUND

Von Constanze Junker

Quelle: HNA

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