Dirk Stippich ist seit Mitte Mai Chef von 250 Polizisten im Schwalm-Eder-Kreis

Mit wachsamen Augen

Am Stehpult: Seit Mitte Mai ist Dirk Stippich Chef der Polizei im Schwalm-Eder-Kreis. Zuvor hatte er unter anderem Aufgaben im Landeskriminalamt übernommen. Foto: Schmitt

Schwalm-Eder. Dirk Stippich ist seit Mitte Mai Chef von 250 Polizeibeamten im Schwalm-Eder-Kreis. Für den 46-jährigen Kriminaldirektor gab es nie eine Frage, was er werden wollte. Bereut hat er die Berufswahl, die er mit 16 Jahren getroffen hat, nie.

„Mein Vater war Polizist und deshalb war es für mich keine Frage, diese Laufbahn einzuschlagen.“ Mit einem Lächeln fügt er hinzu, „vielleicht auch, weil das Beamtenmäntelchen wärmt“. Doch genau betrachtet sind es die Möglichkeiten und das Aufgabenspektrum, die ihn gereizt haben. „Man kommt rum, lernt Land und Leute kennen.“ Und der Beruf habe hohes Ansehen.

Während seiner 30-jährigen Laufbahn hat Stippich viel erlebt. Einsätze bei Demonstrationen in Brokdorf, Gorleben und am Bauzaun der Startbahn West in Frankfurt sind nur einige Stationen. Steinwürfe und selbst Feuerwerkskörper haben den Entschluss, Polizist zu werden, nicht ins Wanken gebracht.

Schon früh stellte Stippich seine Liebe zum Kripodienst fest. Die Ermittlungsarbeit, das Bearbeiten von Spuren, all die Kleinarbeit, die zur Aufklärung von Straftaten führen, dafür schlägt sein Herz. Doch als Polizeichef im Schwalm-Eder-Kreis werde er nicht mehr in dem sonst üblichen Umfang damit befasst sein.

In seiner neuen Dienststelle habe er ein wohl bestelltes Feld vorgefunden. Aufklärungsquoten und Fallzahlen seien gut. Nun gelte es, das Niveau zu halten. Denn im ländlichen Raum legten die Einwohner noch großen Wert auf die Polizei als Ansprechpartner.

Einen weiteren Schwerpunkt sieht er im Straßenverkehr. Dort müssten vor allem ältere Menschen und Kinder geschützt werden. Ähnlich sei es beim Umgang mit neuen Medien und der wachsenden Internetkriminalität. Doch insgesamt sei der Schwalm-Eder-Kreis sicher, wie die Statistik zeige. Das individuelle Sicherheitsbedürfnis kann sich davon allerdings unterscheiden.

Im Focus der Polizei bleibt die rechte Szene im Landkreis. Trotz der Erfolge, die auch in Gerichtsurteile mündeten, seien Aufklärung und ein wachsames Auge nötig, damit „im demokratischen Spektrum nichts verrutscht“.

Weder Nordhessen noch die Aufgaben eines Polizeichefs sind Stippich völlig fremd. Denn unter anderem leitete er die Kriminalinspektion in Kassel, übernahm Führungs- und Stabsaufgaben im Landeskriminalamt. Sechs Jahre, von 2001 bis 2007, leitete er die Kriminalinspektion in Waldeck-Frankenberg. Zuletzt führte er mehrere Monate eine Arbeitsgruppe in einem Ermittlungsverfahren im Bereich der organisierten Kriminalität.

Von Rainer Schmitt

Quelle: HNA

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